Was lange währt… (Teil 1)

Auf manche Dinge des Lebens wartet man etwas länger und entsprechend gespannt. Wie zum Beispiel auf die ersten Bartstoppeln (meist junge Männer). Oder einen Trabant (meist Bürger der DDR). Oder auf eine neue CD von Chris De Burgh oder Celine Dion (meist Menschen mit komplett anderem Musikgeschmack wie ich und alle Menschen, die ich mag).

Wer sich heutzutage alles König nennt

Auf eine Website wartet man in der Regel nicht. Nicht so gerne beim Laden im Browser und auch bestimmt nicht, wenn irgendjemand verlautbaren lässt, dass diese neu aufgebaut werden soll. Denn meist ist der Leidensdruck bei der Nutzung eines Internetangebots nicht ganz so pressierend, dass man nicht gleich zum nächstbesten Internetangebot wechseln würde, wenn einen das Gesehene tatsächlich störte. Denn, so ist die vorherrschende Meinung bei dem Großteil der Internetnutzer, wichtig ist nicht wie die Seite aussieht und wie sie sich verhält, sondern was sie an Inhalten bietet. Content ist King, und das nicht nur für Google und seine in Deutschland hoffnungslos hinterher hechelnden Mitstreiter. Design, Usability, Redaktionssysteme und tolle HTML-Umsetzung sind toll, wenn sie da sind. Vermisst sie jemand, wenn sie nicht zugegen sind?

Füllhörner der Erkenntnis

Ja, ich. Nicht nur, weil ich mit oben genanntem Kram mein Geld verdiene. Ich weiß auch, dass ein Großteil der Leser von Japanlink der Inhalte wegen kommen und sich über Suchmaschinen, Kataloge oder - und das sind natürlich die Besucher, die ich am liebsten persönlich per Handschlag begrüßen würde - solche, die auf persönliche Empfehlung die Seitenadresse in ihren Browser tippen. Da ist es dann fast egal, wie es aussieht, solange nicht animierte Briefkästen um Interaktion betteln und Werbeofferten mit Blitzen und Blinken jedes ernst gemeinte Lesen mit Inbrunst attackieren. Dennoch bin ich der Ansicht, dass ein ordentlicher Seitenaufbau nicht nur Suchmaschinen den Umgang mit dem Füllhorn an Worten erleichtert.

Scheitern des Willens an gegebenen Grenzen der Realität

Deshalb sollte das bereits seit dem Jahr 2000 eingesetzte Design eine Generalüberholung erfahren. Die Struktur hatte darüberhinaus einige Macken zu Tage befördert, die erst mit dem wachsenden Angebot auffielen. Und tolle, neue Inhalte sollten natürlich auch noch her. Der Entschluss zum Relaunch war daher 2003 schnell gefasst und mit ambitionierten Ideen unterfüttert. Doch auch 2008 hat noch kein Relaunch das Licht der Welt erblickt und es benötigt keinen akkreditierten Fachmann im Lesen von Kaffeesatz, um zu erkennen: Da ist aber was schief gelaufen.

Genau damit - und mit anderen Dingen, die im Zusammenhang mit einem neuerlichen , beherzten Relaunch-Versuch stehen - soll sich dieser Blog bis zum nicht näher zeitlich eingegrenzten Neustart von Japanlink.de beschäftigen. Als Leitgedanke: Japanlink Relaunch Blog - Ein Erklärungsversuch.