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Ikki Organisationen

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Es kam zu Konfrontationen zwischen den kokujin und Bauern, und einige der kokujin wurden Vasallen des neuen shugo ISE Sadamune oder anderer daimyô. So zerbrach die Selbstverwaltung des kuni-ikki in Yamashiro, doch gab es weiterhin noch Dörfer, die von kokujin beherrscht wurden.

doikki/tsuchi-ikki

Die doikki waren regionale Aufstände, vor allen Dingen im Kinki-Gebiet, die vom 15.-16. Jahrhundert besonders häufig auftraten. Die doikki gingen vielfach von aus, die sich hierdurch für Besserstellungen in wirtschaftlicher Hinsicht, wie Abgabenerleichterungen, einsetzten und eine gerechtere Behandlung vom bakufu erreichen wollten. Wegen Zinswuchers traten sie auch gegen die dokura an. So fand der erste wichtige doikki, der sogleich für den wohl großflächigsten Umstoß der ländlichen Bevölkerung überhaupt gehalten wird, im Jahr 1428 in der Provinz Ômi statt. Gespannführer (bashaku ) hatten die Massenerhebung, die sich in ihrem Verlauf bis zuerst nach Nara und später dann auch bis Ise, Kawachi, Izumi und andere Provinzen ausdehnte, ausgelöst. Die Aufständigen stürmten die Anwesen der Geldverleiher, zerstörten dort Schuldscheine und drangen schließlich sogar in monarchische Gebäude ein (Diesen Teil des doikki bezeichnet man als tokusei-ikki). Es konnte zu den Ausschreitungen kommen, da das bakufu zu dieser Zeit durch regierungsinterne Streitigkeiten geschwächt war. So bestanden zu dieser Zeit Reibereien zwischen den shugo daimyô und dem ASHIKAGA-bakufu. Um dieser Lage Herr zu werden und um den Rangeleien nach Macht in den Reihen des eigenen Clans auszuweichen, beschloß Yoshinori, der 7. ASHIKAGA-Shogun, ohne seine Regierungsorgane zu regieren. Davon versprach er sich eine Machtkonzentration auf seine Person. Das hatte allerdings nur zur Folge, daß er damit das bakufu nahezu vollständig von den shugo-daimyô isolierte. Nicht mehr unter der Aufsicht des bakufu, organisierten diese selbst in Westjapan Aufstände, um ihre Macht zu erweitern. Das bakufu benötigte nun jemanden, der die Aufstände unterdrücken konnte und wählte für diese Aufgabe den Ôuchi-Clan. Dessen Macht wuchs aber hierdurch und der Clan nahm die Chance wahr, wie viele andere Clans auch, sich der Kontrolle des bakufu zu entziehen. Yoshinori wurde schließlich bei dem Versuch den shugo der Provinz Harima, AKAMATSU Mitsuke, seines Amtes zu entheben, von eben diesem getötet. In einem durch Streitigkeiten sowieso schon geschwächten Land konnte sich der Aufstand in der Provinz Ômi rasend weiter ausdehnen, bis er auch schließlich die Residenz Kyoto und deren Umgebung erreichte. Die Aufständischen stürmten und besetzten berühmte Tempel und Schreine und forderten vom neuen Shogun, dem 8. ASHIKAGA-Shogun Yoshimasa tokusei. Sie verliehen ihrer Forderung durch Plündern und Brandschatzen Nachdruck. Die Bewohner der Dörfer des Kinki-Gebietes waren inzwischen dazu übergegangen, die Anordnungen der shugo und Feudalherren größtenteils zu ignorieren. So gewannen die Aufständischen dieser Provinz in den Jahren 1454 und 1457 Schlachten gegen ein Heer des bakufu und gegen eine Hilfstruppe, die von den dogura zusammengestellt worden war. Die Hilfstruppen waren zusammengestellt worden, in der Hoffnung, auf diese Art und Weise die ausstehenden Schulden eintreiben zu können. Am Ende dieser Schlachten verloren viele der Soldaten nicht nur ihre Moral, sondern auch ihre Loyalität gegenüber ihren Auftraggebern: Sie liefen zu den Aufständischen über.

Ähnliche Formen der Ausbreitung brachte ein doikki aus dem Jahr 1441 zu Tage, welcher sich in Provinzen in der Umgebung der Hauptstadt ausbreitete. Miidera, Toba, Fushimi, Saga, Ninnaji und Kamo waren von diesen gewaltvollen Angriffen der Bauern auf Personen und Orte betroffen. Die Aufständischen benutzten und besetzten während dieses ikki auch einige Häuser in einem westlichen Stadtteil Kyotos, und außerdem stürmte ein Mob, der 2000-3000 Mann stark gewesen sein soll, einige wichtige Klöster bei Kitano und Uzumasa. Diese Form des doikki ist ein Zustand, der sich von nun an bis zum Ende des 15. Jahrhunderts in Intervallen von zwei bis drei Jahren wiederholte. Für die doikki war auch der schon angesprochene Ônin Krieg, dessen Führer des Yamana-, Ôuchi-, Hatakeyama- und Hosokawa Clans zunächst in der Residenz Kyoto in zwei gegnerischen Lagern um Macht gekämpft hatten, von wesentlicher Bedeutung. So wurden als Truppen für die beiden Heere nämlich in erster Linie Bauern aus ihren Dörfern heraus rekrutiert. Zudem noch Bürger aus den untersten Schichten der Hauptstadt, die als ashigaru ( bewaffnete Fußsoldaten ) für die je-weilige Partei kämpfen sollten. Die Führer selbst waren nur in den ersten Kriegs-jahren direkt am Kriegsgeschehen beteiligt, die beiden Heere standen sich ohne anzugreifen oder zurückzuziehen gegenüber, und plünderten anstatt zu kämpfen. Als dies nicht mehr ergiebig genug war, kehrten viele bushi in ihre Heimat zurück und beteiligten sich an den doikki. Dies allerdings auch eher aus finanziellem Eigennutz, als aus irgendeinem politischem Antrieb heraus.

1480 brach ein weiterer, großer doikki aus. Dies nachdem 1479 in allen Provinzen die Steuern angehoben worden waren, um eine Reparatur des Imperialen Palastes zu bezahlen und außerdem noch auf Geheiß von Yoshimasa´s Ehefrau Hino Tomiko hin, 7 neue Zollschranken an den Zugängen zur Stadt (Kyôto) errichtet wurden. Hier sollten Steuern eingesammelt werden, Steuern auf die Produkte, die die Bauern in der Stadt zum Verkauf anbieten wollten. Die Aufsässigen zerstörten allerdings die Schranken und setzten tokusei durch. Sie hatten sich hiermit über die Autorität des bakufu hinweggesetzt.

Als sich dies herumsprach, widersetzten sich auch Bauernvereinigungen in Nord-Yamato dem bakufu und zerstörten in dem von ihnen eingeleiteten doikki einige berühmte Baudenkmäler, unter anderem die 13-stöckige Pagode des kôfukuji , welche in Flammen aufging. Generell läßt sich noch anmerken, daß die meisten Aufstände dieser Art in der Yamashiro-Provinz stattfanden, gefolgt von der Provinz Nara. Für doikki gilt wie auch für alle anderen Typen der ikki bezüglich der Bekämpfung durch das bakufu und seiner untergeordneten Regierungsorgane, daß zwar einige Aufstände gewaltsam zerschlagen und deren Führer exekutiert wurden, aber insgesamt die feudalistischen Führer bei dem Versuch versagten, die Bewegung aufzuhalten.

ikkô-ikki

Ab 1474 formierten sich in Hokuriku, Tôkai und Mittelwestjapan, besonders aber konzentriert auf die Echizen- und Kagaprovinz, neue Aufstände unter der Führung von Mitgliedern der Oberlehnsherrenschicht, also kokujin und jizamurai: Die ikkô-ikki . Dies waren Aufstände, wirksam vom späten 15. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert, von Anhängern des Honganji, einer Teilschule der von Shinran begründeten jôdo shinshû ( „wahres, reines Land")- Schule des Buddhismus ( Die anderen beiden Schulen, in die sich die jôdo shinshû aufgeteilt hatte, waren die takada senjuji und bukkôji ). Der Abt Rennyo, Nachkomme Shinrans in 8.Generation, hatte den Honganji in Yamashina, in direkter Nähe von Kyôto, gegründet. Rennyo setzte hier das Verkünden der Lehren Shinrans fort. So predigte bereits Shinran eine Botschaft der universellen Erlösung für diejenigen, die das Geschenk des Glaubens von Buddha Amida akzeptieren. Die Lehre Shinrans war sehr populär geworden, da die Gläubigen, anstatt selbst den Glauben zu wählen oder erzeugen zu müssen, bloß für die Erlösung den Glauben, den Amida gibt, anzunehmen brauchten. Und so gewann Rennyo, der in der Mitte des 15. Jahrhunderts in Hokuriku eine Vielzahl von Gemeinden gründete, durch Missionierung viele Anhänger. Weil nach Shinrans Lehre der Abt und die Bauern vor Buddha Brüder sein sollen, lebte Rennyo mit den Bauern in von ihnen gegründeten Gemeinschaften, den , die sie organisiert hatten, um ihren Glauben zu festigen. Die waren den selbstverwaltenden ähnlich und teilweise mit ihnen vernetzt. Sie haben zum Beispiel mit ihnen gemein, daß sie sich unabhängig von der Zugehörigkeit zu verschiedenen Feudalherren regional formierten. Desweiteren hatten die , geführt von kokujin und jizamurai, allesamt vereint in ihrem Kampf gegen die shugo und sengoku daimyô, militärische Funktion.

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