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Japan und Korea
Gestern - Heute - Morgen

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Weltkrieges, gelangt, die noch heute auf eine Entschädigung durch den japanischen Staat warten. Somit wären wir schließlich in dieser Darstellung im Heute angelangt.


Heute
Heute stehen sich Japan und Korea offiziell als befreundete Staaten, gleichberechtigte Partner und gute Nachbarn gegenüber. Man kooperiert miteinander, zuletzt im großen Stil bei der gemeinsamen Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaften 2002. Doch dies sollte nicht über das immer noch problematische Verhältnis zwischen beiden Staaten hinwegtäuschen. Auf japanischer Seite wurde - zumindest wird dies sowohl von Koreanern und Chinesen als auch von unbeteiligten Staaten so wahrgenommen - bis heute keine ausreichende offizielle Entschuldigung an die Adresse der Opfer der japanischen Aggression während des pazifischen Krieges, in erster Linie China und Korea, geleistet; lange Zeit kam den japanischen Premiers als Standardfloskel lediglich ein ikan desu - etwa "Dies ist sehr bedauerlich" - über die Lippen (dies scheint sich aber allmählich ein wenig zu bessern, auch wenn man von den Versöhnungsanstrengungen, die Deutschland unternommen hat, noch sehr weit entfernt ist. Vgl. die "Japan-Republic of Korea Joint Declaration. A New Japan-Republic of Korea Partnership towards the Twenty-first Century" vom Oktober 1998). Stattdessen belasten alljährlich Schulbuch-Skandale (in durch die japanische Aufsichtsbehörde für den Geschichtsunterricht zugelassenen Schulbüchern werden immer wieder japanische Kriegsverbrechen beschönigt, geleugnet oder verschwiegen) und die Besuche hoher Staatsvertreter bishin zum Premierminister beim Yasukuni-Schrein (an dem unter anderen auch die 6 hingerichteten Kriegsverbrecher der Tôkyô-Tribunale verehrt werden) das Verhältnis zwischen beiden Staaten. Nachträgliche Wiedergutmachungsleistungen an Opfer, wie beispielsweise Rentenzahlungen an die bisher leer ausgegangenen ehemaligen ianfu, lehnt der japanische Staat noch heute unter Hinweis auf bereits geleistete Reparationen ab.

Aber auch Südkorea hat zum Teil die bis heute andauernde gegenseitige Befremdlichkeit zu verantworten. Zwar ist der heutige südkoreanische Präsident Kim Dae-Jung ganz im Gegensatz zum japanischen Premier KOIZUMI sehr bemüht um die Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern, jedoch wurde vor ihm lange Zeit eher eine harte Politik der Abgrenzung verfolgt. So durften beispielsweise japanische Medienprodukte, also Zeitungen, Zeitschriften und die schon damals beliebten japanischen Manga oder Anime per Gesetz nicht nach Korea eingeführt werden.

Auf der zwischenmenschlichen Ebene bietet sich ein sehr gemischtes Bild. Ich selbst habe eine ganze Reihe von Japanern kennengelernt, die auf Befragung Ablehnung verschiedenster Art gegenüber Korea zum Ausdruck brachten. Meistens konnte mein Gesprächspartner nicht genau formulieren, was ihn störte, mir drängte sich aber der Eindruck auf, daß man einerseits, als leichte Reminiszenz alter japanischer Überlegenheitsdünkel, immer noch gerne etwas auf die Koreaner herabsieht, andererseits aber auch diese als laut und irgendwie penetrant empfindet. Zudem ist bei einer großen Zahl gerade auch junger Japaner das historische Wissen und Bewußtsein nur schwach ausgeprägt, was ihnen ein Verständnis Koreas, in dessen Gedächtnis die eigene Demütigung durch Japan noch immer sehr präsent ist, sehr schwer macht.

Morgen
Auch für die nähere Zukunft steht zu befürchten, daß Korea und Japan sich nicht entscheidend näher kommen werden. An eine Entwicklung wie in Europa vergleichbar einer deutsch-französischen Freundschaft, oder gar an die Entstehung einer der EU vergleichbaren Gemeinschaft mit Japan und Korea als wesentliche Teile ist nicht im Entferntesten zu denken. Diesen ganz persönlichen Eindruck teile ich mit vielen meiner japanischen Freunde und Bekannten, was durch die Bank alle (auch die "Korea-Hasser") bedauerten. Daß dieses Subjektivurteil nicht so weit von der Wirklichkeit sein kann, trat gerade auch bei den diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaften zu Tage, wo die Zusammenarbeit beider Länder keineswegs so partnerschaftlich lief wie erhofft und immer wieder durch Eifersüchteleien und Profilierungssucht auf Kosten des Anderen gestört wurde. Tatsächlich wurde nicht nur bei der Ausrichtung des Turniers, sondern auch im sportlichen Wettkampf selbst eine harte Konkurrenz ausgefochten, obwohl beide Nationalteams gar nicht im direkten Vergleich aufeinandertrafen: die Rede ging in der japanischen Gesellschaft, aber auch in kleineren Zeitungsartikeln am Rande, ob sich die Spannungen im japanisch-koreanischen Verhältnis nicht noch weiter verschärfen würden, wenn die japanische Mannschaft die nächste Runde erreichen würde, die koreanische aber zuvor ausscheiden sollte. Zugleich war aber auch kurze Zeit später ein deutliches Aufatmen in Japan spürbar, als die koreanische Mannschaft im Halbfinale von der deutschen Mannschaft geschlagen wurde: eine Finalteilnahme, und das auch noch in Yokohama in einem japanischen Stadion, das wollte man den Koreanern dann doch nicht zugestehen.

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