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Mongoleninvasionen
Angriffe der Mongolen auf Japan
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Die Japaner aber betrachteten den Sturm als göttlichen Ursprungs und fühlten sich von ihren Göttern errettet. Ein Problem des bakufu im Anschluß an die 1. Mongoleninvasion, die auch Bun'ei no eki genannt wird (So benannt nach der Bezeichnung der Bun'ei Ära, in die sie fiel), bestand darin, den vielen Forderungen der Teilnehmer an den Kämpfen nach Belohnungen nachzukommen. Normalerweise konnten die Sieger in einem Krieg den Besitz der Besiegten (insbesondere Ländereien etc.) unter ihren Gefolgsleuten verteilen. Aber im Falle der Abwehrkämpfe gegen die Mongolen war dies natürlich schwerlich möglich, da ja kein gegnerisches Territorium eingenommen worden war. Die Gefolgsleute stellten trotzdem ihre Forderungen an das bakufu und 1275 wurden 120 Krieger, die sich in den Kämpfen besonders hervorgetan hatten, belohnt. Viele andere gingen jedoch leer aus.
Kamakura erwartete unterdessen und, wie sich herausstellen sollte, zurecht, einen zweiten Invasionsversuch. Allerdings war durch die schwere Niederlage der Mongolen 1274 erst einmal Zeit gewonnen. Es würden einige Jahre vergehen, bevor sich Koryo von dem Verlust eines größeren Teils der männlichen Bevölkerung erholt hatte und dem Khan wieder eine größere Anzahl Truppen würde zur Verfügung stellen können. Ferner war Kublai Khan in den Jahren zwischen 1272 und 1279 mit der Unterwerfung Süd-Chinas beschäftigt. Diese Zeit nutzte das bakufu unter der umsichtigen Leitung Tokimunes, sich auf eine erneute Konfrontation vorzubereiten. Die shugo verschiedener strategisch wichtiger Provinzen (besonders in West-Japan) wurden durch Mitglieder der Familie HÔJÔ oder ihr nahe stehende Personen ausgetauscht.
Kamakura ließ um die Bucht von Hakata herum einen Steinwall errichten, der den Verteidigern Schutz bot und den Angreifern die Bildung von Kampfformationen erschwerte. Der Bau einer größeren Zahl kleiner Schiffe wurde in Auftrag gegeben, die, mit Kriegern besetzt, die Landungsboote schon vor der Küste Kyûshûs angreifen sollten. Diese Angriffe auf die Schiffe der Mongolen sollten sich später als sehr effektiv erweisen. Schließlich wurden die Vasallen des bakufu auf Kyûshû in Einheiten von 2 bis 3 Provinzen zusammengefaßt, die 3 Monate im Jahr einen Wachdienst ableisten mußten, was eine große Belastung für sie darstellte. Die großen Shintô-Schreine und buddhistischen Tempel Japans wurden angehalten, unablässig zu den Göttern für die Errettung Japans zu beten. Insgesamt gesehen strapazierten diese Vorkehrungen die finanziellen, materiellen und personellen Möglichkeiten Japans aufs Äußerste. Die 2. Invasion Auch wenn Kublai Khan für den Augenblick seine Aufmerksamkeit auf Südchina gerichtet hatte, war Japan nicht vergessen. Im 4. Monat des Jahres 1275 erreichten Boten des Großkhans Muronotsu in der Provinz Nagato. Während des 8. Monat wurde die Gesandtschaft nach Kamakura gerufen und im folgenden Monat hingerichtet, was die entschlossene Haltung der Militärregierung Japans nur noch einmal unterstrich. Nachdem Kublai 1279 das Song-Reich in Südchina endgültig erobert hatte, begann er mit den Vorbereitungen für eine 2. Invasion Japans. Durch die Einnahme Südchinas befand sich der Großkhan im Besitz der riesigen Song-Flotte, die er zusammen mit koreanischen Schiffen bei der Eroberung Japans einsetzen wollte. Sein Plan sah vor, daß seine Streitmacht in 2 Abteilungen, der koreanischen und der südchinesischen, nach lki segeln, sich dort vereinigen sollte, um dann gemeinsam Japan anzugreifen. Der Angriffsbefehl erfolgte im 1. Monat des Jahres 1281. | | |  |  |  | Unterschiedliche Kampfweisen der Mongolen und der Japaner
Eine 'traditionelle" japanische Schlacht bis zu den Mongoleninvasionen stellte sich so dar, daß sich die beiden feindlichen Heere gegenüberstanden, die Krieger hervortraten, sich vorstellten und einen gegnerischen Krieger herausforderten. Eine Schlacht bestand also aus einer Vielzahl von Zweikämpfen, bei denen als Hauptwaffe der Bogen verwendet wurde. Die Truppen vom Festland hingegen kämpften in großen Formationen und verwendeten verschiedene, den Japanern unbekannte Waffen (z.B.: vergiftete Pfeile). So wird berichtet, daß Japanische Krieger, als die Mongolen und Japaner auf Tsushima aufeinandertrafen, hervortraten und ihren Namen und Rang bekanntgaben, um einen "Zweikampfpartner" hervorzulocken. Sie wurden jedoch einer nach dem anderen von einer großen Schar Mongolen umringt und erschlagen. |  | Das bakufu hatte den ungefähren Zeitpunkt des Angriffs bereits in Erfahrung gebracht und seine Vasallen auf Kyûshû in Alarmbereitschaft versetzt. Sie versammelten sich am Steinwall an der Bucht von Hakata, wo sie den Gegner erwarteten. In der Zwischenzeit war es auf mongolischer Seite zu Koordinationsschwierigkeiten gekommen. Zwar war die koreanische Abteilung zu Beginn des 5. Monats 1281 ausgelaufen, aber der Tod des kommandierenden Generals der südchinesischen Abteilung verhinderte deren Auslaufen bis zur Mitte des nächsten Monats. Laut Plan sollten sich die beiden Flotten am 15. Tag des 6. Monats treffen. Die koreanische Abteilung wartete jedoch nicht, sondern griff zu Beginn des 6. Monats die Bucht von Hakata an. Es gelang den mongolisch-koreanischen-Soldaten nicht, zu landen, woraufhin sie die Insel Shiga besetzten. Gegen Mitte des Monats wurden sie allerdings wieder von dort vertrieben und setzten sich nach lki ab. Mitte des 7. Monats vereinigten sich die beiden Abteilungen in der Nähe von Hirado und griffen zusammen die Hakata-Bucht an. In der Nacht des 30., kurz vor dem geplanten Beginn der letzten Offensive des Yüan-Heeres, wütete ein vernichtender Sturm; die Schiffe, die ihm entgehen konnten, zogen sich nach Korea zurück. Die mongolische Armee verlor schätzungsweise 70% bis 90% ihrer Männer.
Wie 7 Jahre zuvor wurde der Sieg über die Übermacht der Mongolen dem Eingreifen der Götter (abermals in Form eines Sturmes) zugeschrieben. Nach den abgewehrten Invasionen wurde besonders den Gebeten des Mönches Eizon nachgesagt, die Unterstützung der Götter herbeigeführt zu haben. 1283 richtete Kublai Khan ein für die "Ausbreitung nach Osten" zuständiges Amt ein und schickte gleichzeitig einen Botschafter nach Japan, der in einen Sturm geriet und nach China zurückkehren mußte. 1284 sandte er abermals einen Botschafter, der aber auf Tsushima getötet wurde. Nach 1284 mußte der Großkhan seine Aufmerksamkeit verstärkt auf Unruhen im Inneren seines Reiches richten, und mit seinem Tod 1294 wurden die Invasionspläne endgültig aufgegeben. Japan ließ seine Verteidigungsmaßnahmen noch bestehen und hob erst im Jahre 1312 den Alarmzustand in Westjapan auf. Literatur zum Thema YAMADA, Nakaba: Ghenkô-The Mongol Invasion of Japan, London 1916
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