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Shôtoku taishi
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Shôtoku taishi
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Bei der Übernahme des Buddhismus aus China nach Japan ist es wichtig zu wissen, daß der Buddhismus in seiner historischen Tradition, die sich über einen langen Zeitraum hinweg über China entwickelt hatte, verändert und an die Bedürfnisse des japanischen Rezipienten angepaßt wurde. In den Vordergrund traten bei der japanischen Variante vor allen Dingen die Ansprüche von Frömmigkeit und praktischer Einsicht. Das heißt, daß die historische buddhistische Tradition zwar als solche anerkannt wurde, aber man versucht war, sieeher den religiösen Gepflogenheiten, in soweit repräsentiert durch den Shintô-Glauben, anzupassen. Diese Gepflogenheit zeigt sich noch stärker im sogenannten „Volksbuddhismus" im Gegensatz zu Shôtokus „Staatsbuddhismus" In letzterer Variante zeigt sich noch stärker, daß Buddha eher als ein einheimischer kami angesehen wurde, denn als Hauptfigur einer fremden Religion. Der Buddhismus indes existierte hier nicht als „Erlösungsreligion", sondern viel mehr als magischer Kult zur Abwendung von Unheil und zur Glücksbeschwörung, in dem zum Beispiel auch der reiche Ausgang einer Ernte erbeten wurde. Die Grundlage, die von allen Japanern gleichermaßen verstanden und neben den aus China kommenden buddhistischen Künsten wie Gemälden, Skulpturen und der Tempelarchitektur einwandlos aufgenommen wurde, war die Einsicht, daß alle Dinge unendlich sind, das Leiden universell und der Mensch ein hilfloses Opfer seines Schicksal ist. Der Kronprinz selber soll allerdings, laut der Aufzeichnungen, zu seinem Lebensende hin nicht nur diese Fragmente, sondern die ganze ursprüngliche Bedeutung der Buddha-Lehre verstanden haben. Er sah den Zusammenhang zwischen dem trügerischen Schein der Welt und all ihrer Dinge und dem Erreichen eines höheren Lebens durch Verneinung derselben. Ein Zitat, welches Shôtoku´s tiefen Glauben an die buddhistischen Lehren betont, ist eine Äußerung, die sein Sohn Prinz Yamashiro no Ôye im Jahr 628 nach dem Tode seines Vaters anläßlich der Übergehung Yamashiros Anspruchs auf den Thron getan haben soll: Und als mein Vater starb rief er seine Kinder herein und sagte: „Weicht jeder Art von Bösem aus und praktiziert jede Art des Guten" Ich hörte diese Worte und erhob sie zu dem konstanten Gesetz meines Lebens. Kurz nach Shôtoku-taishi´s Zeit, im 8. Jahrhundert, der sogenannten Nara-Zeit, in der Nara der politische, kulturelle und religiöse Mittelpunkt des Landes war, kam es zur Einführung von sechs ab diesem Zeitpunkt in Japan wichtigen chinesischen, buddhistischen Schulen: der kusha, jôjitsu, hossô, sanron, kegon und ritsu-Schule. Shôtoku-taishi hatte durch seine Bemühungen eine Welle losgetreten, welche zwar durch das aufkeimende ritsuryô-System zunächst behindert wurde, aber trotzdem in rasender Geschwindigkeit Ausbreitung und Popularität in Japan gewinnen konnte. Ein Verdienst, der an ihn verliehene Ehrentitel wie „Großer buddhistischer Prinz" (hô-ô dai-ô) als gerechtferigt erscheinen läßt. Bezeichnungen wie „eine wichtige Figur des japanischen Buddhismus" werden auch dadurch bestätigt, daß man seine bildungspolitischen Maßnahmen betrachtet. Der Prinz schickte nämlich, nicht nur um die diplomatischen Beziehungen aufrechtzuerhalten bzw. zu fördern, sondern auch um Gesetze des Buddhismus besser studieren zu können, Einzelne oder ganze Gruppen als Gesandtschaften auf die bedingt durch die Schiffspassage nicht ganz ungefährliche Reise in die Übertragungsländer Korea und China. Diese Bildungsmissionen starteten im Jahr 608 und die Gesandtschaften blieben meist für 10 Jahre und mehr in dem fremden Land. Sie brachten meist nicht nur ein erweitertes Wissen, sondern auch noch viele andere Fertigkeiten von den Reisen mit nach Japan. Gleichzeitig kamen gelehrte Mönche und Laien mit ihrem Wissen und ihren Fertig-keiten vom asiatischen Festland nach Japan. Der von Shôtoku initiierte Bildungsaustausch florierte. Der Kronprinz starb vermutlich im Jahr 622. Der Historiker George Sansom betont hierbei die weitvertretene Meinung, daß „vor allem im Licht seines posthumen Ruhmes", so wenig „exakte Informationen über seine Taten" und sein Leben erhalten sind. Denn neben seiner Glorifizierung als „Vater des Buddhismus" oder „gerechter und weiser Richter" in seinem Amt als Regent, erfahren wir nur über die politischen Hauptwerke, die „Konstitution der 17 Artikel" und die „Fähigkeitsränge", seine Bildungs-missionarischen Meriten und ein wenig über seine Familie. Dies mag darin begründet liegen, daß die offizielle Geschichtsschreibung in Form des kojiki (701) und nihon shoki (720; auch bekannt unter dem Namen nihongi) erst etwa 100 Jahre später einsetzte, und eine von ihm schon früher verfasste Geschichtsanthologie bei einem Feuer im Jahr 645 in einem Haus des SOGA-Klans verbrannt sein soll. Die Bedeutung Shôtoku-taishi´s für die heutige Zeit Shôtoku-taishi war ein Mann, der in den Quellen als ein „großartiger Mann", der „bewundert und geliebt wurde" beschrieben wird. Eine Sache die insoweit als merkwürdig erscheint, als daß viele Wissenschaftler sogar davon ausgehen, daß Shôtokus Bewandertheit in den buddh. Schriften und seine Vorträge über die buddhistischen- sowie konfuzianischen Lehren bloß ein literarisches Gespinst „von frommen Legenden sei". Doch läßt man einmal das ganze schmückende Beiwerk der geschichtlichen Niederschriften zu seiner Person weg (So soll der Prinz seine „Konstitution..." auf einer Wolke geschrieben haben, eine Vorstellung die zwar literarische Qualitäten aufweist, aber nicht unbedingt die Authentizität der Niederschrift belegt) und geht nur von einem geringen Teil an wahren Begebenheiten aus, so bleibt doch wenigstens ein kleines Fragment übrig, welches uns an die Wahrheit des Folgenden glauben läßt, die Frage nicht mehr aufwirft, ob er denn nun tatsächlich so überdurchschnittlich intelligent und belesen war: Shôtoku war es, der den Buddhismus zunächst über den Status einer „privaten Religion" der Oberschicht in Japan bekannt gemacht hat und wesentlich zur Ausbreitung des Buddhismus in Japan beigetragen hat. Hier wird uns der Grund dafür gewahr, warum Shôtoku von den nachfolgenden Buddhisten als „spiritueller Kopf und Gründer des Japanischen Buddhismus" verehrt wurde. Er wurde Bestandteil des „Taishi Kultes". So können wir es als gegeben ansehen, daß Shôtoku, genau wie andere wichtige Figuren des Buddhismus wie z.B. Shinran (1173-1262), der Gründer der „Reines, wahres Land"-Schule und Nichiren (1222-1282), Gründer der nach ihm benannten Schule übrigens auch, selbst Objekt der Bewunderung anderer frommer Buddhisten geworden ist. Dabei sollte man daran denken, daß auch z.B. das Christentum charismatische Figuren an der Spitze der Religion brauchtre, um durch deren Mystifizierung ihrer in Legendenform festgehaltenen Taten, die Popularität des ganzen Glaubens voranzutreiben (als populärste und charismatischste historische Persönlichkeit ist wohl Jesus zu nennen). Bei idealisierten Figuren wie Shôtoku war es dann weniger wichtig, was sie historisch wirklich geleistet hatten, als sie so mit Attributen von Buddhas und Bodhisattvas zu belegen, so daß sie zu Modellen des japanischem Buddhismus gemacht wurden. Modellen, auf die sich verschiedene buddhistische Führer nachfolgender Generationen bezogen und damit den Kult und den Mythos um Shôtoku aufrechterhielten. Wie es sich mit den Mythen um Shôtoku-taishi auch immer verhalten mag, CRAIG und SHIVELY haben es passend zusammengefaßt: „der Nachdruck in den Mythen auf das Wesen des Menschen als Geist würde Japanische Denker, von Shotoku-taishi bis zu Männern unserer Tage, fast in Zwangsversuche drängen , sich zu bemühen zu definieren , was das ist , was am besten den ‘Japanischen Geist’ beschreibt". Literatur zum Thema CRAIG, Albert & Donald H. SHIVELY: Personality in Japanese History. Berkeley: University Press 1970. HALL, John W.: The Cambridge History of Japan. Vol.1, Ancient Japan. Cambridge: University Press 1993. IENAGA, Saburo: Kulturgeschichte Japans. (aus dem Japanischen übersetzt und eingeleitet von Karl Friedrich Zahl). München: Iudicium Verlag 1990. KITAGAWA, Joseph M.: On Understanding Japanese Religion. Princeton N.J.: University Press 1987. SANSOM, George: A History Of Japan. To 1334. London: The Cresset Press 1961. TERRY, Charles S.: Legend and Political in Ancient Japan, in: Great Historical Figures of Japan, The Japan Culture Institute 1978.
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