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Trotzdem wurden die buddhistischen Zentren Nara`s immer mächtiger. Dies bewirkte letztendlich auch den erneuten Umzug der Hauptstadt nach Heian.
Weiterhin waren auch die chinesischen Einflüsse, sowohl auf Kultur als auch auf Staatswesen und Hofstaat, sehr stark und es wurden regelmäßig Gesandtschaften nach China geschickt.
Auch wurden in der Nara-Zeit dem Tenno erstmalig in der Geschichte göttliche Qualitäten zugesprochen.
In der Nara-Zeit wurden auch die Grundlagen für die Privatisierung von ehemals öffentlichen Gütern gelegt. In der Heian-Zeit war es dann unter privaten Gutsbesitzern Usus, ihre Güter dem Schutz ei-nes Adligen zu unterstellen. Dieses Vorgehen war völlig legal und schützte den Gutsbesitzer vor staatlicher Besteuerung und Kontrolle. Da die Gutsbesitzer hierfür Abgaben leisten mußten, führte das zu wachsendem Reichtum und damit Einfluß des Adels.
Die Gesandtschaften nach China hörten zu Beginn der Heian-Zeit auf und damit auch die chinesi-schen Kulturimporte nach Japan.
Stattdessen fand im Verlauf der Heian-Zeit eine Art kultureller Reflexion statt. Es gab eine Rückbe-sinnung auf die eigenen Wurzeln und chinesische Kulturprodukte wurden den japanischen Gegeben-heiten angepaßt bzw. der japanischen Kultur entsprechend adaptiert.
Geschichte der FUJIWARA
Die Taika-Reform 645 n.C., die die Macht im Staat zentralisierte, geschah, wie erwähnt, besonders auf Betreiben zweier Männer: Kaiser Tenchi (626-672) und dessen Berater NAKATOMI Kamatari (614-669). Letzterem wurde aufgrund seiner großen Verdienste bei der Reform posthum der Name FUJIWARA Kamatari verliehen. Er ist damit der Ahnherr des Hauses FUJIWARA.
Von Kamatari`s vier Enkeln leitet man heute vier Zweige des Hauses FUJIWARA ab. Der sog. nördliche Zweig wurde der dominanteste und sämtliche FUJIWARA-Regenten stammten aus diesem Zweig.
D ie FUJIWARA erkannten früh die Möglichkeiten von geschickter Heiratspolitik und begannen, ihre Töchter in die kaiserliche Familie einzuheiraten. Unter anderem dies führte dazu, daß die FUJIWARA ab ca. 850 n.C. praktisch alleine herrschten. Dies taten sie für weitere 300 Jahre, davon ca. 200 Jahre vollkommen uneingeschränkt.
Während dieses gesamten Zeitraums war der Tenno nominell das uneingeschränkte Staatsoberhaupt, während sich die jeweiligen FUJIWARA-Regenten sessho oder kanpaku nannten und zumeist eher niedrige Staatsämter bekleideten.
Im Jahr 857 n.C. wurde FUJIWARA Yoshifusa der erste praktisch alleinherrschende FUJIWARA-Regent unter dem Titel des sessho. Er war der Schwiegersohn des 842 n.C. gestorbenen Kaisers Saga und er erreichte durch Intrigen die Ernennung des erst neunjährigen Seiwa zum Tenno. Damit gab es unter Yoshifusa, außer der Existenz eines nichtroyalen Regenten ein weiteres Novum in der Geschichte des Kaiserhauses: der erste Kindkaiser saß auf dem Thron.
Yoshifusa`s Neffe Mototsune folgte ihm als sessho und nahm nach Volljährigkeit von Tenno Yozei den Titel des kanpaku an. Unter seiner Herrschaft gab es auch die erste Krise für das Haus FUJIWARA, als Tenno Uda ab 887 n.C. die Macht allein auszuüben suchte. Kaiser Uda hatte die Unterstützung einflußreicher Familien, wie die der Minamoto und Tachibana, außerdem des angesehenen Denkers und Politikers SUGAWARA Michizane.
Mototsune konnte diese Ambitionen in einem Kraftakt unterdrücken, indem er seine Beziehungen zum Kaiserhaus ausspielte und intrigierte. Weil er diesen Konflikt erfolgreich bewältigte, gilt er oft als der erste "große" FUJIWARA.Mototsune`s Sohn Tokihira folgte seinem Vater als faktischer Machthaber, auch wenn er niemals den Titel des Sessho oder Kanpaku innehatte. Wie sein Vater mußte auch er sich mit einem Kaiser aus-einandersetzen. Kaiser Daigo war seit 897 n.C. auf dem Thron und sein Berater war besagter Sugawara Michizane.
Tokihira erkannte den Einfluß Michizane`s bei Hof und schaffte es letztendlich durch Intrigen, Michizane zum Präfekten von Kyûshû zu machen. Fern der Hauptstadt bedeutete dies den politischen Tod Michizane`s; Tokihira, der vielfach wegen seiner Charakterstärke gerühmt wurde, hatte sich durchgesetzt.
Tokihira`s Bruder Tadahira folgte ihm als Regent und unter ihm erlebten die FUJIWARA eine leichte Schwächeperiode. Im Gegensatz zu seinen drei Vorgängern war Tadahira eine eher schwache Persönlichkeit. Dies hatte auch zur Folge, daß innerhalb der Familie FUJIWARA Rivalitäten aufkamen. Auch externen Problemen konnte Tadahira kaum Herr werden. In der Hauptstadt herrschten teilweise chaotische Zustände und die Kriminalität florierte. Das lag z.B. auch daran, daß hohe Beamte zum Teil nicht nach ihren Qualitäten für die Ausführung ihrer Aufgabe, sondern nach ihren dichterischen Fähigkeiten, ihrem Erscheinungsbild, etc. eingestellt wurden.
In den entfernten Provinzen nahmen die Probleme durch umhermarodierende Räuber- und Piratenbanden zu. So machte im Westen jahrelang der Pirat Sumitomo mit seiner Flotte von 1500 Schiffen die Gewässer und Gegenden unsicher. Sumitomo`s Niederlage 941 n.C. war nicht das Werk Tadahira`s, sondern das einiger Provinzfürsten.
Ähnliches galt im Osten für eine Rebellion unter Masakado, der sich sogar zum Tenno erklärt hatte, aber 940 n.C. ebenfalls von Provinzfürsten vernichtet wurde.
Nach Tadahira traten wieder stärkere FUJIWARA als Regenten auf, so daß die Macht wieder in festen Händen lag. Aber es kam weiterhin zu internen Streitigkeiten, wie z.B. ab ca. 970 n.C. zwischen den Brüdern Kanemichi und Kaneiye. Kanemichi ging schließlich dank besserer Intrigen als Sieger, sprich Regent, hervor.
Der Höhepunkt der Macht der FUJIWARA wird im allgemeinen in der Regierungsperiode von Michinaga gesehen. Das ist weniger politisch begründet, denn die Macht der kriegerischen Fürsten entlegener Provinzen wuchs zusehends. Sicherlich aber ist diese Periode ein Höhepunkt in kultureller Hinsicht.
So entstanden in der Literatur Kulturprodukte wie das "Genji monogatari" oder das "Makura no söshi".
In der Malerei bildete sich der Begriff "Yamato-e", kunstübergreifend der Begriff "Yamato-damashii".
Michinaga hatte eine besonders starke Position und war während seiner gesamten Zeit als Regent fast unangestritten. Grund hierfür war seine Charakterstärke, vor allem aber die matrimoniellen Bindungen seiner fünf Töchter zur kaiserlichen Familie.
Jedoch hatte auch Michinaga seine Machtposition durchzusetzen. Dies geschah z.B. im Machtkampf mit seinem Neffen Korechika, der wegen seiner Eleganz am gesamten Hof Sympathien genoß. Michinaga konnte dieses Machtringen letztendlich nur für sich entscheiden, weil Korechika den Fehler beging, sich zu einem tätlichen Angriff auf Ex-Kaiser Kazan hinreißen zu lassen. Diesen Vorfall nutzte Michinaga für seine Intrigen und erreichte schließlich, daß Korechika zum Vizegouverneur von Kyûshû ernannt wurde.
Über die historische Person Michinaga`s ist, wie über die meisten Regenten des Altertums, nur wenig bekannt. Die wenigen erhaltenen literarischen Zeitzeugnisse behandeln weniger die Persönlichkeiten der Herrscher als ihre politischen Aktionen. Wenn doch die Person beschrieben wird, so geschieht dies meist in schmeichelhaften, übertriebenen Beschreibungen, so daß sich nur schwerlich ein exaktes Persönlichkeitsbild eruieren läßt.
Nach den vorhandenen Quellen war Michinaga ein sehr selbstbewußter Regent, der in jungen Jahren Prunk und Vergnügen liebte.
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