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Der FUJIWARA Clan

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Er war als leicht selbstgefälliger, geschickter Diplomat bekannt. In späteren Jahren allerdings scheint er sich mehr und mehr dem Buddhismus zugewandt und oft mehrere Stunden alleine meditiert zu haben.

Nach Michinaga begann die Vormachtstellung der FUJIWARA endgültig zu schwinden, wobei sich schon unter Michinaga deutliche Zeichen des Machtzerfalls gezeigt hatten. Im allgemeinen schwand die Macht des Hofes mehr und mehr. Die Gründe hierfür waren zahlreich: Dekadenz bei Hof, wachsende militärische Macht der Provinzialfürsten, Desinteresse der Adligen an der Landespolitik. Vor allem letzteres war entscheidend für den Niedergang der höfischen Kultur, denn durch die mangelnde politische Präsenz des Hofes in den Provinzen konnten die ansässigen, kriegerischen Fürsten erst so mächtig werden.

Der Hof war militärisch schwach und konnte den Provinzialfürsten bald keinen Widerstand mehr leisten. Im Jahr 1185 n.C. übernahmen diese dann endgültig die Macht im Land.

Kultur

Literatur

Die Literatur fand unter den FUJIWARA zu einer in der gesamten japanischen Geschichte einzigartigen Blüte. Die Lyrik z.B. war eine der Hauptmußen des Hofes und wurde in der Heian-Zeit wesentlich verfeinert und weiterentwickelt. Voraussetzung hierfür war der Frieden, der durch die politische Dominanz der FUJIWARA gewährleistet wurde.
Da Aufstieg und Fall eines Höflings oder einer Hofdame entscheidend von seiner bzw. ihrer Dichtkunst abhängig sein konnten, wurden dementsprechende Anstrengungen auf lyrischem Gebiet unternommen.
Als Gedichtform hatte sich das tanka gegenüber dem längeren choka durchgesetzt. Gegen 1013 n.C. entstand das "Wakan-roei-shû", eine Sammlung von 588 chinesischen Gedichten und 218 japanischen waka. Diese Sammlung war vom Höfling FUJIWARA Kintô zusammengetragen worden.

Zur Zeit der FUJIWARA entstanden auch zwei erwähnenswerte Chroniken, das "Eiga monogatari" und das "O-kagami". Das "Eiga monogatari" beschreibt als Chronik die Zeit von 887-1092 n.C., das "O-kagami" die Zeit von 850-1024 n.C.. Im Gegensatz zum "Eiga monogatari" ist das "O-kagami" stellenweise kritisch gegenüber der politischen Vormachtstellung der FUJIWARA.

Höchst auffällig ist die Frauenliteratur der Heian-Zeit. Die wirklichen literarischen Glanzwerke der Zeit entstanden nämlich durch Frauen. Der Grund hierfür liegt vielleicht in der Tatsache begründet, daß Männer, der Etikette gemäß, auf chinesisch zu schreiben gezwungen waren. Wegen des großen Unterschieds zur Muttersprache waren demnach auch die verbalen Ausdrucksfähigkeiten limitiert.
Die Hofdamen dagegen nutzten zum Schreiben die neu aufgekommene Kana-Silbenschrift, konnten sich also höchst natürlich und ungezwungen ausdrücken. Die Hofdamen waren sogar gewissermaßen gezwungen in ihrer Muttersprache zu schreiben, da man ihnen die Möglichkeiten zum Studium des Chinesischen vorenthielt. Dies geschah im Glauben, daß Frauen zu unbegabt hierfür seien.

Als wichtigste Werke der Frauenliteratur sind das "Genji monogatari" und das "Makura no söshi" zu nennen. Das "Genji monogatari" wurde um 1010 n.C. von der Hofdame MURASAKI Shikibu geschrieben und gilt oft als der welterste Roman. Im "Genji monogatari" sind buddhistische Einflüsse offensichtlich. Hier herrscht vielfach eine Art Düsterkeit, die sich aus der Einsicht in die Vergänglichkeit alles Irdischen ableitet. Da im "Genji monogatari" aber auch die Realität des prunkvollen Hoflebens geschildert wird, entsteht folglich ein starker Kontrast zwischen Prunk und Vergänglichkeit. Das "Makura no soshi" wurde um 1000 n.C. von der Hofdame SEI Shônagon verfaßt. Im Gegensatz zum "Genji monogatari" ist der Stil eher amüsant und leicht. Außerdem gewährt es auch Einblicke in das Gefühlsleben der Autorin und in die Persönlichkeit von Höflingen und Hofdamen. So war SEI Shônagon z.B. sehr von der Eleganz Korechika`s, aber auch von der Souveränität Michinaga`s beeindruckt.

Religion

Unter den FUJIWARA setzte sich der Buddhismus endgültig als Religion am Hofe durch. Auch fand der Buddhismus außerhalb des Hofes immer weitere Verbreitung.
Vor allem zwei buddhistische Sekten dominierten die Religion der Heian-Zeit: die Tendai-Schule und die Shingon-Schule. Beide Schulen gehören zum Mahayana-Buddhismus und kamen im neunten Jahrhundert über China nach Japan.
Die Tendai-Schule wurde vom Mönch Saicho (767-822 n.C.) gestiftet und zeichnet sich durch ein Streben nach umfassender buddhistischer Bildung aus. Außerdem versuchte die Tendai-Schule eine Stütze des Staats zu sein.
Gründer der Shingon-Schule war Kukai (774-835 n.C.), der diese Schule um 806 n.C. in Japan ein-führte. Die Shingon-Schule lehrt einen esoterischen Buddhismus, der sich auch durch pompöse Ritualität auszeichnet. Dies kam natürlich vielen Adligen entgegen.
Die beiden Schulen waren in etwa gleich verbreitet, die FUJIWARA unterstützten jedoch eher den Tendai-Buddhismus.

Malerei

Auf dem Gebiet der religiösen Malerei tat sich vor allem die Shingon-Schule hervor, die Mandalas farbenprächtig kolorierten. Gegen Ende der Heian-Zeit  kam der Begriff Yamato-e auf. Er bezeichnete eine neue Art der japanischen Malerei, die sich von der viel praktizierten chinesischen Malerei durch einen kantigeren Duktus und größere Farbenpracht unterschied.
Die "Yamato-e" wurden auch nur noch selten als Wandschmuck gemalt, sondern wurden oft auf Rollen aufgetragen, die man nach Betrachtung wieder fortlegte. oft erzählten diese Bilder eine Geschichte und waren durch schriftliche Erläuterungen ergänzt. Dies trug erheblich zur Popularisierung der Malerei in der Bevölkerung bei.
Berühmte "Yamato-e-Rollen" sind z.B. die "Legenden des Shigi-Bergtempels" oder die Rollen, die das "Genji monogatari" illustrieren.

Musik

Zwar gab es auf dem Gebiet der Musik keine so großen Errungenschaften wie z.B. in der Literatur, aber auch in der Musik fand eine "Japanisierung" statt. Importierte und traditionelle Stile wurden symbiotisiert und Prinzipien religiöser Komposition gewannen an Bedeutung.
Es gehörte zum obligatorischen Repertoire eines Höflings, Flöte oder Laute spielen zu können. Daher unterlag die Musik genau wie alle anderen Künste den kulturellen Wandlungen der Heian-Zeit.

Schlußbemerkung

Die Heian-Zeit ist vor allem wegen ihrer zahlreichen historischen Nova so bemerkenswert, der zahlreichen kulturellen Errungenschaften und dem einmaligen Einfluß der Frauen auf Kultur und Politik des Landes. Voraussetzung für Hochkulturen ist Frieden, der durch die starke Dominanz der FUJIWARA garantiert war. Bemerkenswert und historisch ebenfalls einmalig ist, daß die FUJIWARA es ca. 300 Jahre lang fast ohne militärische Gewalt vermochten, an der Macht zu bleiben.
Unter den FUJIWARA etablierte sich das Kaiserhaus endgültig und der Buddhismus hielt Einzug in Japan.

Literatur zum Thema
Leonard, Jonathan Norton: Early Japan. Great Ages of Man. Time Incorporated 1969.
Morris, Ivan : Der leuchtende Prinz ( Höfisches Leben im alten Japan ). Insel Verlag, Frankfurt a.M. 1988, 1. Auflage. Morton, W. Scott: Japan (Its History and Culture). Hrsg. W.Scott Morton, New York 1970.

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