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Der Meister der Zeichen Interview mit Shodô- Künstler HAMANO Ryuho Das Gespräch mit HAMANO Ryuho führten Robin Loch und Stephanie Schmaus
Shodô, wörtlich übersetzt "Weg des Schreibens", kommt ursprünglich aus China und wurde etwa im 6. Jahrhundert in Japan eingeführt. Die Kunst, chinesische Schriftzeichen (kanji) sowie japanische Silbenschrift (kana) zu schreiben, war anfangs den herrschenden Familien vorbehalten, später jedoch ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung aller Gesellschaftsschichten. Aus den ursprünglichen Stilen tensho und reisho haben sich im Laufe der Zeit verschiedene andere Stile entwickelt: der kaisho Stil versucht die Zeichen mit größter Exaktheit darzustellen während gyôsho und sôsho wesentlich freier und flüssiger sind. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein ganz neuer, zeitgenössischer Stil, das zen'ei shodô, geboren. Dieser unterscheidet sich vom traditionellen Shodô vor allem durch eine starke Abstraktion der Zeichen.
Ein Künstler, der noch die ursprünglichen Stile tensho und Reisho beherrscht, ist HAMANO Ryuho. Geboren am 24. Juni 1960 in Fukui, begann er sich schon als Kind für Shodô zu interessieren. Sein Talent wurde früh erkannt und durch namhafte Lehrer wie GAKI Fukuse gefördert. Inzwischen gibt HAMANO die Kunst des shodô selbst als Lehrer weiter und versucht, sich und seine Werke durch Ausstellungen, Vorträge und Workshops in Europa und den USA bekannt zu machen. Seinen eigenen unverkennbaren Stil verfolgend überrascht HAMANO mit seiner Kunst häufig den Betrachter. So nimmt eines seiner jüngsten Werke, "Senmonji", beeindruckende Dimensionen an: 1000 Kanji auf einhundert Papierbahnen von je 400 mal 60 Zentimetern Größe versetzen den Betrachter in Staunen. Ein anderes aktuelles Werk zeigt HAMANOs Auseinandersetzung mit den Terroranschlägen in New York. Diese und andere Arbeiten sind zwischen dem 13. und 28. Februar 2002 während seiner nächsten Ausstellung in Salamanca, Spanien, zu bewundern. Im Herbst möchte HAMANO seine Kunst auch wieder in Deutschland zeigen. Zur Zeit ist er deshalb auf der Suche nach Sponsoren und geeigneten Ausstellungsräumen.
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