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TAKENO Jôô Einer der Begründer der Tee-Kunst in Japan Von Andreas Fels
Fällt der Name TAKENO Jôô, so sollte bei ihm sofort an eines gedacht werden: Tee-Weg. TAKE no Jôô war wie vor ihm MURATA Jukô (1422-1502) und nach ihm SEN no Rikyû ( 1521-1591) einer der drei Hauptbegründer des japanischen Tee-Weges, "die Mitte im Dreigestirn des chanoyu "Die Teekunst ist das Alldurchdringende der japanischen Kultur." Der Tee-Weg ist "Erkenntnis-Weg und Gesamtkunstwerk zugleich..., die Entfaltung des ganzheitliche Menschen, die innere Sammlung, das harmonische Verhältnis von Mensch und Natur..." (Ehmcke 1991). Zusammengefaßt ist also der Tee-Weg das Ausführen von alltäglichen Dingen die auf eine künstlerische Ebene gehoben werden und zum Tee-Weg gehört auch der Bereich der Künste, der über das eigentliche gemeinschaftliche Teetrinken hinausgeht. Also auch die Architektur, die Blumenkunst, Kunst des Handelns, Kunst der Kalligraphie, Kunst der Speisenzubereitung. Es geht bei dem Tee-Weg also um eine Art ästhetisches Beisammensein, bei dem spirituelle und ethische Vorstellungen, die im Zen Buddhismus wurzeln, eine Rolle spielen. Geschichtliche Situation Es war die Zeit der streitenden Reiche (sengoku jidai) in die TAKENO Jôô hineingeboren wurde. Der Ônin Krieg (1467-1477) war gerade vorbei, das Muromachi- bakufu entmachtet und überall im Land kämpften die daimyô um Macht und Territorien. Gleichzeitig tobten in einigen Landstrichen Aufstände, sogenannte ikki, in denen die Kämpfenden ihre Chance sahen, die Schwäche des Staatsapparates für ihre eigenen Ziele auszunutzen. Das Prinzip der Zeit hieß gekokujô. gekokujô heißt frei übersetzt etwa "das Untere schlägt das Obere". Das heißt, wer die höchste Machtposition innehatte, konnte schon am nächsten Tage durch Aufstände oder Ähnliches von seiner Position enthoben sein und ganz unten stehen. Auf Hilfe von Anderen konnte man meist nicht vertrauen, Loyalität zu seinem Machthaber oder Verbündeten wurde zu einem ethischen Fremdwort. So wurden viele daimyô von ihren eigenen Männern verraten und geschlagen. Diesen Verrätern erging es anschließend auch nicht besser: Jetzt waren sie "Oben" und "Unten" rollte erneut nach oben hin auf. TAKENO Jôôs BildungswegAuch wenn sein Vater wollte, daß TAKENO Jôô ebenfalls den machishû-Berufsweg einschlägt, entschied sich Jôô im Alter von 23 Jahren, 1525, dazu, seine Heimatstadt Sakai zu verlassen und nach Kyôto zu gehen. Hier studierte er unter dem bedeutenden Dichter SANJÔNISHI Sanetaka (1455-1537) die Dichtkunst. Schon bald machte sich Jôô als guter renga-Dichter (renga ist eine Form von Kettengedicht) einen Namen. Bei SANJÔNISHI kam er in Kontakt mit Werken von FUJIWARA no Teika, dem berühmtesten Dichter der Kamakura-Zeit. In dessen Werk Eiga Taigai wurde Jôô mit dem Gedanken "kokoro atarashiki, kotoba furuku" (frei: neues Herz, alte Worte) einer "einer poetischen Einmaligkeit, unter Wahrung der traditionellen Redeweise" (Plutschow 1986) konfrontiert. Er sah dieses Prinzip auch in dem Tee-Weg und wurde so von einer Faszination gefangen, daß er sich von nun an ausschleißlich mit dem Tee beschäftigte. Da Sanetaka den kuge, also dem Hofadel angehörte, hatte Jôô vor allen Dingen dessen höfischen Teestil des shoin no cha, des "Tees im Studierzimmer" kennengelernt, welcher recht stark vom Gepränge durch den Wunsch seine kostbaren Teeutensilien und damit seinen eigenen Reichtum zu präsentieren geprägt war. JAPANLINK | aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte & politik | special | über japanlink | © 1997-2010 by Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen. |