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TAKENO Jôô

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TAKENO Jôô
Einer der Begründer der Tee-Kunst in Japan

Von Andreas Fels

Fällt der Name TAKENO Jôô, so sollte bei ihm sofort an eines gedacht werden: Tee-Weg. TAKE no Jôô war wie vor ihm MURATA Jukô (1422-1502) und nach ihm SEN no Rikyû ( 1521-1591) einer der drei Hauptbegründer des japanischen Tee-Weges, "die Mitte im Dreigestirn des chanoyu

Von dem japanische Tee-Weg sagte der bedeutende japanische Künstler OKAKURA Kakuzô (1862-1913)

"Die Teekunst ist das Alldurchdringende der japanischen Kultur."

Der Tee-Weg ist "Erkenntnis-Weg und Gesamtkunstwerk zugleich..., die Entfaltung des ganzheitliche Menschen, die innere Sammlung, das harmonische Verhältnis von Mensch und Natur..." (Ehmcke 1991). Zusammengefaßt ist also der Tee-Weg das Ausführen von alltäglichen Dingen die auf eine künstlerische Ebene gehoben werden und zum Tee-Weg gehört auch der Bereich der Künste, der über das eigentliche gemeinschaftliche Teetrinken hinausgeht. Also auch die Architektur, die Blumenkunst, Kunst des Handelns, Kunst der Kalligraphie, Kunst der Speisenzubereitung. Es geht bei dem Tee-Weg also um eine Art ästhetisches Beisammensein, bei dem spirituelle und ethische Vorstellungen, die im Zen Buddhismus wurzeln, eine Rolle spielen.

Auch wenn Rikyû einmal in einem Gedicht sagte, daß die Kunst des Tees nichts anderes sei, als Wasser kochen, Tee zubereiten und zu trinken, war und ist der Weg zum Tee-Meister doch ein ungleich beschwerlicherer. Dem Schulungsweg des Tees muß man sich hingeben und darüber allmählich sein selbst aufgeben, bis man zur "Erleuchtung" gelangt.

Geschichtliche Situation

Es war die Zeit der streitenden Reiche (sengoku jidai) in die TAKENO Jôô hineingeboren wurde. Der Ônin Krieg (1467-1477) war gerade vorbei, das Muromachi- bakufu entmachtet und überall im Land kämpften die daimyô um Macht und Territorien. Gleichzeitig tobten in einigen Landstrichen Aufstände, sogenannte ikki, in denen die Kämpfenden ihre Chance sahen, die Schwäche des Staatsapparates für ihre eigenen Ziele auszunutzen. Das Prinzip der Zeit hieß gekokujô. gekokujô heißt frei übersetzt etwa "das Untere schlägt das Obere". Das heißt, wer die höchste Machtposition innehatte, konnte schon am nächsten Tage durch Aufstände oder Ähnliches von seiner Position enthoben sein und ganz unten stehen. Auf Hilfe von Anderen konnte man meist nicht vertrauen, Loyalität zu seinem Machthaber oder Verbündeten wurde zu einem ethischen Fremdwort. So wurden viele daimyô von ihren eigenen Männern verraten und geschlagen. Diesen Verrätern erging es anschließend auch nicht besser: Jetzt waren sie "Oben" und "Unten" rollte erneut nach oben hin auf.

>Das Chaos dieser Bürgerkriege endete erst mit Auftreten des mächtigen daimyô ODA Nobunaga (1534-1582) in der Mitte des 16. Jahrhunderts, der das durch Krieg verwüstete Japan teilweise einte und befriedete.

TAKENO Jôôs Familie stammte ursprünglich aus Wakasa (mittlere Westküste von Honshû) und als Jôôs Großvater in den Kriegswirren fiel, beschloß Jôôs Vater zum einen, den Familiennamen, der bislang noch TAKEDA war, in TAKENO umzuändern, und zum anderen nach Sakai (südlich von Ôsaka) umzusiedeln, um sich dort als Bürger (machishû) niederzulassen. Durch den Handel mit Leder, welches für die Produktion von Rüstungen zu dieser Zeit heiß begehrt war, wurde er schnell ein recht vermögender und einflußreicher Mann. Jôô wurde in Sakai geboren.

TAKENO Jôôs Bildungsweg

Auch wenn sein Vater wollte, daß TAKENO Jôô ebenfalls den machishû-Berufsweg einschlägt, entschied sich Jôô im Alter von 23 Jahren, 1525, dazu, seine Heimatstadt Sakai zu verlassen und nach Kyôto zu gehen. Hier studierte er unter dem bedeutenden Dichter SANJÔNISHI Sanetaka (1455-1537) die Dichtkunst. Schon bald machte sich Jôô als guter renga-Dichter (renga ist eine Form von Kettengedicht) einen Namen. Bei SANJÔNISHI kam er in Kontakt mit Werken von FUJIWARA no Teika, dem berühmtesten Dichter der Kamakura-Zeit. In dessen Werk Eiga Taigai wurde Jôô mit dem Gedanken "kokoro atarashiki, kotoba furuku" (frei: neues Herz, alte Worte) einer "einer poetischen Einmaligkeit, unter Wahrung der traditionellen Redeweise" (Plutschow 1986) konfrontiert. Er sah dieses Prinzip auch in dem Tee-Weg und wurde so von einer Faszination gefangen, daß er sich von nun an ausschleißlich mit dem Tee beschäftigte. Da Sanetaka den kuge, also dem Hofadel angehörte, hatte Jôô vor allen Dingen dessen höfischen Teestil des shoin no cha, des "Tees im Studierzimmer" kennengelernt, welcher recht stark vom Gepränge durch den Wunsch seine kostbaren Teeutensilien und damit seinen eigenen Reichtum zu präsentieren geprägt war.

Aus Interesse ließ sich TAKENO Jôô von anderen Teemeistern unterweisen. Dies waren MURATA Jukôs (1422-1502) Nachfolger FUJITA Sôri, JÛSHIYA Sôchin und JÛSHIYA Sôgo (von allen dreien sind die genauen Lebensdaten unbekannt). Sie lehrten ihm den soan no cha, den sog."Tee der Einsiedlerhütte", einer einfacheren Form des Tees ohne den Luxusanspruch des shoin no cha und dafür mit einigen geistig-konzeptuellen Parallelen zum Zen-Buddhismus.

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