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Shôjo- Phänomen
Die außergewöhnliche soziologische Bedeutung der kleinen Mädchen in Japan

Von Ruth Schneider

Der Begriff shôjo, der eigentlich „kleines Mädchen" heißt, bedeutet heutzutage in der japanischen Öffentlichkeit mehr als nur das. Die außergewöhnliche soziologische Stellung des heranwachsenden Mädchens, das weder am sexuellen Leben noch an der wirtschaftlichen Produktion beteiligt ist, hat eine eigene Subkultur geschaffen. Das Mädchen, das sich in seine eigene Welt zurückzieht, um sich vor dem Erwachsenwerden zu schützen, ist durch seine Passivität in erster Linie ein konsumierendes Subjekt. Objekt dieser Konsumierung ist alles, was unnützlich und süß ist - im Japanischen kawaii - ein Begriff, den sich diese Subkultur zum Motto gemacht hat, und den die Comics, vor allen Dingen die sogenannten shôjo manga entscheidend mitgeprägt haben.

Der Schriftsteller EIJI Ôtsuka sieht in der gesamten japanischen Gesellschaft Merkmale der Shôjo-Kultur:

„The Japanese are no longer producers. Our existence consists solely of the distribution and consumption of „things" brought us from elsewhere. „things" with which we play. [...] What name are we to give this life of ours today? The name is shôjo."

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