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Kalligraphie

Von Andreas Fels

Durch Einfluß Shôtoku Taishis (572-621) war im 6. Jahrhundert die japanische Sprache verschriftlicht worden. Die schon vorhandene chinesische Schrift nutzend entstand die japanische Schrift.

Schon bald nach der Einführung nahm die Schrift einen ähnlichen Weg, wie sie ihn schon in China gegangen war. Wie auch dort entstanden verschiedene Schriften für jeden gesellschaftlichen und privaten Anlass: eine Siegelschrift, eine Amtsschrift, eine Normalschreibschrift und eine Konzeptschrift.
Große Klöster unterhielten in der Nara-Zeit (710-794) Schreibstuben, die sich hauptsächlich mit der Anfertigung von Sutra-Rollen (Aufzeichnung religiöser Lehren, z.B. des Buddhismus) beschäftigten- in einer Zeit, in der es den meisten Menschen noch nicht erlaubt war zu schreiben, ein Privileg, das zunächst nur wenigen "Schreibenden" offengehalten wurde.
Dieses Privileg wurde allerdings schon recht bald gelockert und zumindest auch auf die Mitglieder des Adels erweitert. Nun, in der Heian-Zeit (794-1185) wurde die chinesische Schrift kalligraphisch "japanisiert", die Schrift bekam eine eigene "Note".

Die beiden Silbenschriftsysteme Hiragana und Katakana entstanden aus der Notwendigkeit heraus, unter anderem Flexionsendung schriftlich fixieren zu wollen. Hierfür wurden einige lesungsentsprechene Kanji optisch und von der Strichzahl her vereinfacht. Besonders die so entstandenen Hiragana ließen sich kunstvoll mit elegant geschwungenen Pinselstrichen darstellen.
Für höfische Schreiben war ein eigener, angemeßener Schreibstil von nöten, so daß sich nun schon einige aus repräsentativen Gründen von Schreibmeistern in der Schriftkunst unterrichten ließen. Im 16. Jahrhundert entstanden in Japan um einige Schreibmeister eigene Kalligraphieschulen.

Zuvor war über den Zen-Buddhismus noch eine neue, kraftvolle Schreibvariante aus China gekommen. Teilweise fand eine Vermischung der verschiedenen Stileinflüsse statt. Auch Jahrhunderte dannach war die Vermittlung der Kalligraphie als Teil der traditionellen Künste ein wichtiger Punkt in der Ausbildung eines Menschen. Auch heute noch werde Schüler von erfahrenen Kalligraphen mit ihrer Kunst vertraut gemacht.

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