Der Einzug von japanischen Ausdrücken in unseren Alltag
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Die Limousinen sind jetzt in die höheren Preisklassen gerückt, gelten als zuverlässig und gut ausgestattet.
In den Achtzigern, Neunzigern ist der Futon auf den hiesigen Markt gekommen. Die Futon-Sofas, die in allen Möbelhäusern seither zum Standardsortiment gehören, haben, wenn man richtig bedenkt, nichts mit echten Futons gemein. Aber weil so schön preiswert, vermitteln vielerorts Futon-Sofa und Reispapierlaterne ein Hauch Fernöstliches bzw. was wir gemeinhin dafür halten.
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 Bereits sehr früh in den deutschen Wortschatz übergegangen: Bonsai. Bild: © Eva Hagedorn |  |
In neuerer Zeit ist der gaumenverwöhnte Europäer auf japanische Speisen gekommen. Japanische Kost ist fettarm, leicht und gesund, wird hübsch angerichtet und kostet ein Vermögen. Alles Eigenschaften, die die japanische Küche zur Promiküche machen. Es gibt welche, die schwören auf Sushi-Diät, manche bevorzugen die makrobiotische Kost, andere kaufen alles, wo grüner Tee draufsteht (gibt es jetzt sogar im Weichspüler).
Japan hat für den Europäer viel Neues und Aufregendes zu bieten. Wer sich von der Allgemeinheit etwas abheben möchte, nicht durch Prahlerei, sondern duch Feingeist und Ästhetik, der findet in der japanischen Kultur einen unerschöpflichen Quell der Inspiration. Der Kenner züchtet Koi, schnippelt und drahtet an Bonsais, hat eine Ukyô-e-Gallerie und in seinem Bücherregal das Büchlein "Zen und die Kunst des Bogenschießens" stehen.
Die japanische Literatur erfuhr höchste Ehrung durch die Nobelpreisvergabe an KAWABATA und OE. Ich wünschte, auch die Schriftstellerinnen würden eines Tages wahrgenommen, die die japanische Literatur immer wieder geprägt hatten...
Der japanische Film kam erstmals zu Weltruhm durch KUROSAWA. Seither verzaubern seine Kollegen regelmäßig das internationale Kinopublikum. Hollywood bedient sich manchmal der Vorlagen: "Die sieben Samurais" wurde als Western unter dem Namen "Die glorreichen Sieben" neu verfilmt. Und auch Godzilla schaffte es nach Übersee.
In vielen Hollywood-Streifen wird hemmungslos geklaut, was die japanische Kultur hergibt. Zum Beispiel die Philosophie der Jedi-Ritter in "Star Wars" entspricht in weiten Teilen Budo, der Ethik der Samurai. In Fantasy und Science Fiction lassen Kostümbildner Gewänder des feudalen Japans nachschneidern, in Polizei- und Agentenfilmen kann jeder Cop Karateschläge. "The Matrix" kopiert den Stil von Computerspielen, Manga-Streifen und asiatischen Martial-Art-Filmen.
Amerika muss seit der anhaltenden Wirtschaftsflaute im Lande Nippon nicht mehr fürchten, dass amerikanische Konzerne japanisch werden. Japan ist keine Bedrohung mehr. Also macht es nichts, die Kids mit japanischen Zeichentrickfilmen zu versorgen. Her mit all dem Spielzeug, den Computern und Spielekonsolen. Der Erfindungsgeist der Japaner ist grenzenlos, wenn es um Freizeitgestaltung geht. Und da wir nun eine Freizeitgesellschaft geworden sind, wir leben nicht um zu arbeiten, sondern arbeiten, um danach möglichst viel Freizeit und Spaß zu haben, kaufen wir gerne all die Dinger, die uns viel Zeit kosten.
Nun ja, vieles davon mag so unnötig wie ein Kropf sein, aber unterhaltsam ist es allemal. Zum Beispiel die Dinger, die man elektronisch füttern und streicheln musste, und deren Name ich schon wieder vergessen habe. Oder die Pokémon und Digimon, die Kinder schon im Vorschulalter dazu animieren, Hunderte von Namen (plus den jeweiligen Eigenschaften) auswendig zu lernen (und bis sie alt genug für die Schule sind, ist der ganze Spuk schon wieder vorbei).
Und die Anime erst! Die japanische Welt der Manga und Anime ist noch bunter und fantastischer als das Marvel- Universum, das wir bisher kannten. Japan ist wie ein riesengroßes Überraschungsei. Immer wieder ‚was Verblüffendes drin. Apropos Ei, da fällt mir auch wieder ein, wie die kleinen Dinger hießen: Tamagotchi. Japanische Namen sind doch einfach zu merken!
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