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Reif für die Insel
Regisseur FUKASAKU Kinji lädt zur tödlichen Reality-Show "Battle Royale"
Kritik: Andreas Fels
43 Schüler einer japanischen Highschool sind reif für die Insel. Nicht aus Stress etwa - der kommt später - sondern weil sie ungehorsam waren, es das neue MERA-Gesetz gibt und sie einfach Pech hatten, als Kandidaten für ein Spiel um Leben und Tod ausgewählt worden zu sein. | | |  |  |  | Battle Royale, Japan 2000 R: FUKASAKU Kinji Produzenten: KAMATANI Akio, KAYAMA Tetsu Drehbuch: FUKASAKU Kenta (nach dem Roman von KOSHUN Takami) Soundtrack: AMANO Masamichi Kamera: YANAGISHIMA Katsumi D: FUJIWARA Tatsuya (NANAGARA Shuya), MAEDA Aki (NAKAGAWA Noriko), KITANO Takeshi (Lehrer Kitano), YAMAMOTO Tarô (KAWADA Shôgo), SHIBASAKI Kô (SÔMA Mitsuko), KURIYAMA Chiaki (CHIGUSA Takako) Verleih (Japan): Toei Co. Ltd. Verleih (Deutschland): Kinowelt AG 113 Minuten/ 122 Minuten [Special Edition] (Beide in Farbe). Erhältlich als DVD in Japanisch mit optionalen englischen Untertiteln (Verleih: Tartan Video). Eine deutsche DVD wurde von Verleiher Kinowelt für Juli 2002 angekündigt, aber verschoben. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Kinostart Japan: 16.12.2000 |  |  |  Survival of the fittest: Noriko (MAEDA Aki) zieht in den Kampf ums pure Überleben. (Bild © 2000 Toei Co.Ltd.) |  | Japan in naher Zukunft. Eigentlich fängt alles ganz harmonisch für Shuya (FUJIWARA Tatsuya) und seine Klassenkameraden der 9b der Zentsuji High School an: Unterwegs auf Klassenfahrt, gelöste Stimmung im Bus und schnell ein paar Erinnerungsfotos mit den besten Freunden und Freundinnen geschossen. Harter Schnitt. Shuya wird wach und schaut sich im Bus um. Alle Mitschüler und Lehrer liegen schlafend im Bus, die Tür wird aufgerissen und Gestalten mit ABC-Schutzmasken stürmen herein und schicken Shuya mit einem beherzten Schlag wieder zurück ins Reich der Träume. Harter Schnitt. Die Schüler haben Halsbänder aus Metall um den Hals und befinden sich in einem Klassenraum auf einer Insel, als Herr Kitano (KITANO Takeshi), ein Ex-Lehrer der Pennäler den Raum betritt. Nervöse Schülerfragen nach dem Aufenthaltsort und Grund der brutalen Entführung werden pflichtbewusst erklärt:
Die Arbeitslosigkeit in Japan hat ein Rekordhoch von 15% erreicht. Aus Perspektivenmangel boykottieren die meisten Schüler den Unterricht, Respekt und Disziplin sind bei den Jugendlichen der einst hierauf ruhenden japanischen Gesellschaft zu Fremdwörtern geworden. Als Notbremse gegen diese Anarchie wurde von den Erwachsenen der „Millennium Educational Reform Act” beschlossen, dessen Wirkung in der Abschreckung liegen soll: Im auch im medial aufgeregt berichteten Spektakel "Battle Royale" wird jährlich eine japanische Klasse ausgelost, die sich auf einer eigens geräumten Insel bis aufs Blut bekämpfen soll.
Lehrer Kitano, fortan Showmaster des Wettkampfs, macht sich nicht die Mühe, die genauen Regeln persönlich zu erklären. Diese werden durch ein Video im Konsolenspiellook erklärt - perfekt abgestimmt auf die Sehgewohnheiten der widerspenstigen Racker. Ein Mädchen im Lara Croft-Look (MIYAMURA Yûko) erklärt hier mit fröhlich- aufgedrehter Stimme: Das „Spiel” läuft drei Tage. Ziel ist ein Kampf jeder gegen jeden bei dem genau eine Person überleben soll. Überlebt mehr als einer, werden Kapseln in den Halsbändern gesprengt, was den sicheren Tod der Überlebenden bedeutet. Die Teilnehmer erhalten nacheinander Rucksäcke mit Verpflegung und Karte und einer zufällig ausgewählten Waffe. Dies kann eine Maschinenpistole sein, aber auch - das Schicksal kann hart sein - ein Kochtopfdeckel. Die Runde der widerwilligen Spieler wird durch zwei Freiwillige ergänzt und schon kann die Show beginnen.
Einem brutalen Ausgangsszenario folgt naturgemäß ein Film voller Gewalttätigkeiten, der in seinem Entstehungsjahr in Japan ebenso populär, wie umstritten war. FUKASAKUs „Was wäre wenn…”- Betrachtung basiert auf KOSHUN Takamis Bestsellerroman "Battle Royal" und ist in seiner Interpretation auch vor den jugendkriminellen Hintergründen zu sehen, die Japan Ende des letzten und Anfang diesen Jahrhunderts schockten: Anfang Mai erstach ein 17 Jähriger eine alte Frau in der Aichi Präfektur. Nur wenige Tage zuvor entführte ein gleichaltriger anderer Schüler in Westjapan einen Bus und erstach eine seiner Geiseln.
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