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Filme für die Glut
Japanlink besuchte das zweite Cineasia- Filmfestival vom 29.8.-1.9.2002 in Köln

Von Andreas Fels

Der französische Sozialist Jean Jaurès schrieb im letzten Jahrhundert einmal, Tradition zu pflegen heiße nicht Asche aufzubewahren, sondern Glut am Glühen zu halten. Dies nahmen sich auch die Organisatoren des Cineasia-Filmfestivals zu Herzen und nährten Flammen der Besucherbegeisterung mit neuem filmischen Zunder.

Verkauf von Erfrischungen im Foyer des Japanischen Kulturinstituts.
(Bild © 2002 APIX)

Im Gegensatz zum ersten Cineasia-Festival hatten sich zwei Dinge maßgeblich verändert: Das Britisch Council, 2001 noch einer der beiden Veranstaltungsorte, war inzwischen zum Kölner Designhaus geworden und stand nicht mehr zur Verfügung. Dafür konnte das Japanische Kulturinstitut gewonnen werden und bot mit seinem an klassische japanische Architektur angelehnten Gebäude eine hervorragende Kulisse für die japanischen Filme, die hier während des Festivals gezeigt wurden. Zum anderen hatte sich der inhaltliche Schwerpunkt des Festivals, der im Vorjahr noch vollständig auf japanischen Produktionen lag und daher auch den Festivaluntertitel "Japanorama" gegründete, in diesem Jahr auch auf Produktionen aus anderen asiatischen Ländern ausgeweitet. So konnten die Besucher im Kölner Filmhaus Kino grandiose Streifen wie z.B. die Hong Kong Produktion "Inner Senses", den südkoreanischen Film "Our Sunny Days" und "Big Shots Funeral" aus China sehen.


Nur halbvolle Kinosäle trotz guten Programms.
(Bild © 2002 APIX)
Worauf die Zuschauer in diesem Jahr leider verzichten mussten, war die Anwesenheit von Filmleuten aus den Produktionsländern. Im vergangenen Jahr hatte hier beispielsweise noch die Vorführung von "Versus" für Begeisterung gesorgt, bei der Regisseur KITAMURA Ryûhei und einige Darsteller zugegen waren und den Zuschauern im Anschluss an den Film Rede und Antwort standen.

Zu den Highlights unter den japanischen Filmen gehörten in diesem Jahr YUKISADA Isaos hervorragendes Gesellschaftsbild "Go"; das sich mit den Identitätsproblemen eines jungen Korea-Japaners auseinandersetzt, und "Dark Water (Honogurai mizu no soko kara)", ein Gruselfilm klassischer Machart des "Ring (Ringu)"-Regisseurs NAKATA Hideo.

Trotz des überwiegend aktuellen Filmangebotes blieben viele Vorstellungen - vor allen Dingen im Japanischen Kulturinstitut - auffallend schlecht besucht. Nur die Vorstellungen zur Prime-Time mit Filmen von zugkräftigen Regisseuren wie MIIKE Takashi (von dem Vielfilmer wurden der fantastische "The Birdpeople of China (Chûgoku no Chôjin)" sowie die Streifen "Blues Harp" und "The Happiness of the Katakuris (Katakuri-ke no kôfuku)" gezeigt) waren beinahe bis auf den letzten Platz besetzt. Ob's am guten Wetter oder an den Sommerferien lag, die in Nordrhein Westfalen erst am letzten Festivaltag zu Ende gingen?
Egal, die Fans asiatischer Filmkost hoffen schon jetzt, dass die Festival-Organisatoren vom "Forum des Asiatischen Films" auch im nächsten Jahr die Glut wieder zum Aufglimmen bringen.

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