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Messengers

Kritik: Kerstin Schmidt-Denter

Erinnert sich noch irgend jemand an diese alten Filme, die früher immer Sonntagnachmittags liefen? Die Handlung war stets ähnlich: Irgendwelche verwöhnten Stadtkinder machten Ferien auf einem Reiterhof oder so. Anfangs waren sie echt unsympathisch und als Zuschauer freute man sich, wenn die arroganten Gören vom Pferd fielen und sich ihre feinen Klamotten dreckig machten. Im Verlaufe des Films aber zeigte sich, daß die Stadtkinder eigentlich doch in Ordnung waren, sie freundeten sich mit den Landkindern an, die natürlich alle super reiten konnten (eigentlich konnten die alles super) und erlebten gemeinsam noch ein tolles Abenteuer (zu Pferde, natürlich).
   
Messenjâ, Japan 1999

R
: BABA Yasuo
D: IIJIMA Naoko (Naomi)
KUSANAGI Tsuyoshi (Suzuki)
YABE Hiroyuki (Yokota)

118 Minuten (Farbe). Bisher erhältlich in O-Ton mit englischen Untertiteln.
Verleih: FUJI Television/ Ponycanon

Plakat Messengers

Ersetzt man die Pferde durch Fahrräder, ist man schon recht nahe an dem von BABA Yasuo gedrehten Film MESSENGERS. Das „Stadtkind" ist in diesem Fall Naomi (IIJIMA Naoko), die ein Leben im Luxus führt und körperliche Betätigung nur von ihrem Heimtrainer kennt. Eines Tages verliert sie dummerweise ihren Job, ihren Freund und ihre Wohnung und fährt dann auch noch Yokota, einen Fahrradkurier, an.

Wirklich kein Glückstag für die arme Naomi, denn da Yokota erstmal im Krankenhaus landet und folglich seinen Job nicht ausüben kann, springt Naomi - nicht unbedingt freiwillig - für die Zeit seiner Genesung für ihn ein. Der Boss des Lieferdienstes ist der junge Suzuki (KUSANAGI Tsuyoshi, Mitglied der japanischen Boygroup SMAP), der überhaupt nicht begeistert ist von der überheblichen Aushilfe. Außerdem ist da noch der andere Lieferdienst, der mit Motorrädern arbeitet und mit Suzuki um die wichtigsten Kunden konkurriert. Doch auch Naomi ist alles andere als glücklich, da sie recht schnell merkt, daß der Job eines Fahrradkuriers doch etwas anderes ist, als eine Viertelstunde auf dem Heimtrainer. Aber es kommt, wie es nach allen Regeln des Filmes kommen muß. Während Naomi sich mit Widrigkeiten ihres Lieferjobs rumschlägt (Regen, Sonnenbrand, Spott der ehemaligen Arbeitskolleginnen), beginnt sie doch Gefallen an der Arbeit zu finden. Und schließlich auch an Suzuki...

Gut, das hört sich jetzt alles nicht besonders aufregend an, ist es auch nicht. Aber welcher Film ist das schon? Wäre MESSENGERS ein Hollywood-Film, so würde man sicher Meg Ryan und Tom Hanks in den Hauptrollen sehen (obwohl mich die Vorstellung, Tom Hanks schwitzend auf einem Fahrrad radeln zu sehen, haltlos kichern läßt) und schon würde niemandem auffallen, daß einem das Drehbuch irgendwie bekannt vorkommt. Und so hat auch MESSENGERS seine Momente. (Schön ist zum Beispiel der absolut ausdruckslose Blick von Suzuki, als Naomi zum wiederholten Male vom Fahrrad kippt.)
Letztendlich kann man den Film wohl guten Gewissens an alle weiter empfehlen, die 118 Minuten netter Unterhaltung zu schätzen wissen, auch wenn die Handlung nie wirklich überraschend ist. Aber mal ehrlich - bei EMAIL FÜR DICH hat ja auch jeder gewußt, daß sie sich am Ende kriegen, oder?

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