Japanlink Logo
 
AktuellesMedien und KulturLand und LeuteGeschichte und PolitikÜber Japanlink
AuswahlStartseite

Verwandte Themen
Japan als Nahrung

Externe Links
Nipponconnection (Offzielle Homepage) (D)
Rapideye Movies. Deutscher Verleiher von Pornostar und Perfect Blue (D)

Druckerversion
Nipponconnection

Suchen


Gästebuch
Japanlink Forum
Kontakt
Impressum
Umfrage





| f i l m |

Nipponconnection
Ein Festival für alle Sinne

Von Gyo Araiwa

Sind studentische Veranstaltungen zwangsläufig amateurhaft? Vom 13. bis zum 16. April 2000 fand auf dem Frankfurter Unigelände ein rein japanisches Filmfestival statt und beantwortete die Frage mit einem klaren Nein.
Das Festival "Nipponconnection", dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt, bot im April wohl das bundesweite Highlight für Japaninteressierte. In seinem Kern bestand das Programm aus 13 neueren japanischen Spielfilmproduktionen, von denen alle den Titel "Premiere" verdienten - ob in ganz Europa oder im Raum Rhein-Main. Zu fast jeder Aufführung waren zudem Filmleute aus Japan präsent, die eine kurze Ansprache hielten und dann den Abend über ansprechbar blieben. Mit Konzerten von japanischen Bands wie Nona Reeves und auch Mama Guitar oder Parties mit DJ Hito und Hiro oder Shibuya Hot sowie sogar einem Crashkochkurs mit Generalkonsul TANAKA Akio, wurde zudem ein wirklich überzeugendes Rahmenprogramm geschaffen, das dem Festivalmotto gerecht wurde - ein Festival für alle Sinne.
   

An Frankfurts Häuserwänden: Das Nippon Connection - Poster

Arm an Höhepunkten war Nipponconnection gewiss nicht, sowohl inhaltlich als auch in seiner Durchführung vermochte es die Kino- und Konzertgänger für 4 Tage in die Popkultur Japans zu entführen. Einzig zu bemängeln blieben die Räumlichkeiten, die zweifellos dem großen Andrang nicht gewachsen waren, aber das wiederum zeigt ja auf das Gelingen des zugrundeliegenden Konzepts hin. An dieser Stelle sollen jedoch nicht weitere Lobeshymnen geschwungen werden oder auf einzelne Programmpunkte genauer eingegangen werden, wir nahmen den unerwartet großen Erfolg von Nipponconnection zum Anlass, mit Marion Klomfaß vom Organisationsteam zu sprechen.


Japanlink (JL): Wie und wann seid Ihr auf die Idee gekommen, ein Festival zu starten?

Marion Klomfaß (MK): Holger (Ziegler) und ich haben letztes Jahr die Idee gehabt, dem Land Japan ein eigenes Festival zu widmen. Seit fünf Jahren organisiere ich bereits das Exground Filmfestival in Wiesbaden mit und bin da für die Asien-Filme zuständig, Holger arbeitet seit einigen Jahren im Valentin Kino in Frankfurt, Hoechst. Eigentlich sollte alles in einem ganz kleinen Rahmen mit 16mm Kopien im Filmwissenschaftsinstitut stattfinden. Dann kam aber Sascha (Linse) vom Pupille Kino dazu und wir wurden langsam größenwahnsinnig.

JL: Dementsprechend aufwendig wurde das Projekt wahrscheinlich. Was hattet Ihr für Schwierigkeiten in der Planung? Wieviele haben eigentlich mitgearbeitet?

MK: In der ca. sechsmonatigen Vorbereitungsphase waren wir sieben Leute. Die anderen kamen über einen Aushang an der Uni dazu, den Holger und ich ausgehängt hatten. Beim Festival haben uns dann ca. 60 Leute ehrenamtlich geholfen, ohne sie wäre das Festival nicht möglich gewesen. Bei der Planung war besonders schwierig, dass wir nicht abschätzen konnten, auf was für eine Resonanz das Festival stossen würde, ausserdem hatten die meisten keine Erfahrung mit der Durchführung einer solchen Großveranstaltung. Vieles wurde unterschätzt und führte kurz vorm Festival zu Hektik und Stress. Aber letztendlich hat alles dann doch recht gut geklappt, bis auf einige verbesserungswürdige Dinge.

JL: Bei der Ansprache vor dem ersten Film habt Ihr erwähnt, dass Ihr in der Vorbereitungsphase in Japan gewesen seid. Wie war denn Euer Aufenthalt in Japan?
   

Passen wir noch rein?

MK: Ehrlich gesagt sind ich und natürlich Shinichi (OUCHI) die einzigen, die schon mal in Japan waren. Shinichi lebt erst seit einem Jahr in Deutschland. Selbst war ich letztes Jahr zweimal in Japan, einmal im Frühjahr mit drei Freunden, da haben wir das volle Touristikprogramm - Kyôto, Ôsaka, Nara, Nikkô, Tôkyô - durchgemacht. Im Oktober war ich alleine da - ich hatte nämlich einen Flug bei HR3 LATE LOUNGE gewonnen!!! Da war ich auf dem Yamagata Dokumentarfilmfestival und auf dem Tokyo Filmfestival. Ich hatte das Glück, dass ich einige japanische Filmleute schon auf anderen Festivals kennengelernt hatte, u.a. den Regisseur und den Produzent von PORNOSTAR. Sie haben sich wirklich aufopferungsvoll um mich gekümmert, jeden Abend habe ich eine andere Bar und eine andere japanische Köstlichkeit kennengelernt.

JL: Wie fanden die japanischen Filmleute das Festival? Gibt es erste Erfolgsmeldungen, ob ein Film einen deutschen Verleih gefunden hat?

MK: Die japanischen Filmemacher waren wirklich alle ganz begeistert und von den Zuschauermassen beeindruckt. Ausserdem hatten wir Gästebetreuer, die sich klasse um unsere Gäste gekümmert haben. Wir vom Team hatten leider nicht soviel von ihnen mitbekommen, da wir keine freie Minute hatten. Auf jeden Fall waren sie erstaunt, dass es ein von Studenten organisiertes Festival ist. Einige haben gesagt, so etwas würde es in Japan nicht geben, die japanischen Studenten wären viel zu faul. Im Übrigen: der Verleih Rapid Eye Movies interessiert sich für WILD ZERO.

Seitenanfang


JAPANLINK
| aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte & politik | special | über japanlink |
© 1997-2010 by APIX
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen.