Die Playstation für Unterwegs. Ein Erfahrungsbericht
Von Oliver Thomas Franke
... ja, der Playstation- Fan hat wohl schon öfter von diesem kleinen schnuckeligen Ding gehört, das sich da Sony Pocketstation nennt. Viele Konsolen Zeitschriften haben bereits vor einigen Monden darauf hingewiesen, daß die japanischen PSX-Jünger wiedereinmal besser dran sind, weil sie dieses niedliche Utensil bereits käuflich erwerben können.
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 | Sony Pocket Station CPU: ARM7T (32Bit RISC) Speichers: 2KByte S-RAM (Batterie für dauerhafte Speicherung erforderlich) Speicherkarte: 15 Blocks unkomprimiert (Keine Batterie erforderlich, MemoryCard kompatibel) Tonerzeugung: 10 Bit PCM (Mono) Schnittstellen: IrDA Bi-Direktional Display: 32*32 Dot LCD Mono und eine rote LED (beim speichern) Batterie: eine 3V CR2032 Gewicht: 30g (mit Batterie) Maße in mm: 42 * 13,5 * 64 (H*B*T) Farben: Weiß oder Transparent Preis: 3.000 ¥ (Yen) [ca. 65,- DM] |
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 Die Sony PocketStation Bild (c) APIX Internet Services |
Leider gibt's das Gerät bis dato nur in Nippon. Schade. Dachte ich und hatte es bereits abgeschrieben, jemals eine Pocketstation besitzten zu dürfen, doch ergab es sich, daß ein Mitglied der JAPANLINK- Redaktion in Japan verweilte.
So kam ich im Februar doch noch in den Besitz eines solchen Gerätes. Freudig erregt packte ich das kleine Teil aus und überhörte dabei die lapidaren "Was willst Du denn mit diesem Techo-SchnickSchnack?"- Kommentare meiner Freundin.
Beim Einschalten wurde der Hintergrund des Displays (leider nicht beleuchtet - oder der Batterie wegen - zum Glück?) von einem PS Logo geziert, wie es von der Sony PlayStation bekannt ist. Die Hälfte der vorderen Seite läßt sich nach oben klappen und gibt dabei den MemoryCard Steckadapter frei.
Diese Klappe beinhaltet auch 5 Knöpfe und dies sind Hoch, Runter, Rechts, Links und Enter. Ein sechster Knopf, Reset, befindet sich unter der Klappe.
Nachdem man auf der Rückseite eine kleine Plastikfolie aus dem Gehäuse gezogen hat (sie klemmt zwischen dem Minuspol und dem Kontakt) wird man mit einer kleinen Melodie und einem "Hello" begrüßt. Anschließend kommt man in ein Menü zur Eingabe des Datum und der Uhrzeit. Fortan zeigt der kleine, neue Freund zuverlässig die Uhrzeit und das Datum an (Y2K-fähig).
Durch 3 sec. Druck auf die Runter-Taste kann der Inhalt der MemoryCard angezeigt werden. Allerdings ist diese Darstellung nicht so detailiert wie im Speicherkarten Menü der PlayStation. (Und am besten sieht es aus, wenn der Programmierer des Games sich ein spezielles Bild für die PocketStation ausgedacht hat, z.B.: bei Final Fantasy VIII.
Crash Bandicoot 3 : Warped sieht auch ganz nett aus, dort zwinkert einem Coco, die Schwester von Crash mit beiden Augen zu (wie auf der PSX))
Die Auswahl an Spielen, die die PocketStation unterstützen, ist zur Zeit noch gering. Es gibt eine Liste mit ca. 20 Titeln. Dies sind allerdings nahezu ausschließlich in Japan erschienene Spiele.
Der Vorteil: Unter diesen Titeln sind auch die bereits in Europa und Amerika erschienenen Crash 3 und Final Fantasy VIII. SaGa Frontier 2 soll ebenfalls eine PocketStation Unterstützung haben, konnte dies allerdings noch nicht testen.
Das Zusammenspiel zwischen PlayStation und PocketStation sieht im Fall von FF 8 so aus, daß zunächst im Konsolenspiel ein Chocobo gefangen werden muß, um den kleineren Chicobo zu erhalten. Diesen kann man dann in die wie eine Speicherkarte eingeschobene PocketStation herunterladen.
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 |  Boko, Momba und Kaktus begeben sich auf die Download- Reise von der Playstation auf die Pocketstation... |
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Jetzt kann ein kleines Solo-Rollenspiel als Ableger des großen Spiel auf der Hosentaschen- Station gespielt werden.
Das Spielprinzip: Der Spieler soll einen Chicobo namens "Boko" durch Level 1 bis Level 100 steuern. Die dahinterstehende Geschichte wird während des Downloads erzählt:
Mog, der Freund von Boko, Kaktus und Momba, will unbedingt in das "gruselige Gebirge" des Dämonenkönigs. Alle raten ihm ab, aber er zieht doch los. Erst machen sich die drei verbliebenen Freunde keine Sorgen, aber nach 3 Tagen malen sie sich aus, wie Mog vom Dämonenkönig am Spieß gegrillt wird. Also entschließen sie sich, Mog zu retten. Kaktus will Schätze sammeln, Momba (ein Tier, das wie ein Löwe aussieht) will Waffen sammeln und Boko, der Chicobo (eine Art großes Küken) nimmt seinen Fernseher und seine Angel mit und will Mog (ein kleine, fette Katze mit Flügelchen) finden.
So läuft Boko dann durch eine Ebene mit mehreren Begegnungspunkten (Karte). Er hat, wenn er an einem Punkt ankommt, 3 verschiedene Begegungnen: Entweder er trifft Momba, der ihm eine neue Waffe gibt, Kaktus, der ihm Schätze bringt (diese kann man wieder zurück in FF8 transferrieren und nutzen), oder aber ein Monster erscheint, um mit Boko zu kämpfen.
Den Kampf kann man durch "Rütteln" (Rechts-Links) für sich entscheiden. Das Spiel zeigt sich hier Kinder- und Anfäberfreundlich, denn die Spielerfigur kann nicht sterben. Sollten seine "HitPoints" auf Null sinken, so legt er sich schlafen.
Dieses kleine Spiel - so muß ich mir eingestehen - hat einen ziemlichen Suchtfaktor. Es ist niedlich gemacht und überrascht den Spieler immer wieder mit neuen Animationen.
Den Ton sollte man bald abstellen, damit Batterie und Nerven geschont werden (Vielleicht bei Level 25, 50 und 75 wieder anstellen!).
Es gibt dann auch noch die Möglichkeit gegen einen anderen Menschen via IrDA- Infrarotschnittstelle zu kämpfen, sofern er auch einen Boko bzw. eine Pocketstation dabei hat.
Meine Wertung zur PocketStation: 10 von 10 Punkten. Natürlich ist es nur "Techno-Schnick-Schnack", aber ein lustiger, der sich durch Download von Programmen auch als PDA nutzen läßt: Kalender, Telefonbuch und Spiel in einem. Und so niedlich...
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