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Shamisen (Seite 3 von 3)
<< zurück zu Seite 2 Stilmerkmale Im folgenden seien die unterschiedlichen Genres der Shamisenmusik erläutert und zwar getrennt nach katarimono und utamono. Hierbei muß allerdings beachtet werden, daß die Unterschiede zwischen narrativen und liedhaften Stilen oft fließend sind, oder daß sogar ein Begriff beides beinhaltet (z.B. nagauta). Zumindest die japanische Sprache trennt hier aber eindeutig. Man „erzählt" katarimono, aber man „singt" utamono. Stilmerkale der katarimonoDer Begriff joruri ist, wie bereits erläutert, sehr umfassend und wird im Allgemeinen mit dem Begriff katarimono synonym verwendet. Daher werde ich ihn im Folgenden nicht gesondert erläutern. naniwa-bushiEntstehungsgebiet von naniwa-bushi ist Ôsaka, die gesungenen Texte sind folkloristisch und haben ruralen Charakter. Wegen der unterhaltsamen, zweideutigen Texte bis zum zweiten Weltkrieg hochpopulär, wurde es danach durch amerikanische Popmusik verdrängt. Die Inhalte von naniwa-bushi basieren ursprünglich auf altjapanischen Sitten und Bräuchen und unterlagen in ihrer Entwicklung auch buddhistischen Einflüßen. gidayu-bushiEntstanden im Kamigata-Gebiet wurde gidayu-bushi zum absolut vorherrschenden Stil im Bunraku und ist dies auch heutzutage noch. Das ist auch einer der Gründe für die große Popularität. Der Musizierstil ist relativ schwer und dunkel, was auch die Konstruktion des gidayu-Shamisen verrät. Von allen Stilarten wird im gidayu das schwerste Instrument verwendet, mit dem dicksten Hals (futazao), der dicksten Tierhaut, dem breitesten Plektrum, usw. kato-bushiDie Ursprünge von kato-bushi liegen zwar in Kyôto, aber vollendet wurde der Stil erst in Edo. Die Musik ist in ihrer Stimmung auch typisch für Edo. Es handelt sich um narrative Balladen leichter Stimmung. Anfangs oft im kabuki verwendet ist es heutzutage fast verschwunden. itchu-bushiDie Ursprünge von itchu-bushi liegen gleichfalls in Kyôto, es muß aber dennoch als Edo-Stil bezeichnet werden. Im Gegensatz zu kato-bushi aber behielt itchu-bushi den schwereren Charakter der Kamigatamusik. Es wurde auch anfangs im kabuki gespielt, spielt in er heutigen Musik aber keine Rolle mehr. Der Stil gilt trotzdem als elegant und ausgereift. bungo-bushiAuch bungo-bushi entstand in Edo, hat seine Wurzeln aber im Kamigata-Gebiet. Es ist ein narrativer, balladenhafter Stil mit teilweise anzüglichen Texten. Thema ist oft tragische Liebe, die mit Doppelselbstmord endet. Das TOKUGAWA-Shogunat befürchtete deshalb demoralisierende Effekte und verbot diesen Stil. tokiwazu-bushiEntstand simultan in Tôkyô und Ôsaka und verdrängte das verbotene bungo-bushi mit einem ernsten und geschliffenen Charakter. Es wird seitdem unter anderem im Kabuki gespielt, bevorzugt bei dramatischen Szenen. Es ist heutzutage einer der populärsten Stile. tomimoto-bushiÄhnlich wie tokiwazu-bushi allerdings weniger populär. kiyomoto-bushiEntwicklungszentren waren Tôkyô und Ôsaka. Kiyomoto-bushi entwickelte sich mit sanften Klängen und ausgeprägter Melodik zu höchster Popularität, vor allem im Kabuki. Sein lyrisch-dramatischer Charakter wirkt hier besonders bei Liebes- oder anderen emotionalen Szenen. Erwähnenswert ist auch der Gesang, der „instrumental" klingt und eine hohe Kunstfertigkeit erfordert. kiyomoto-bushi ist heute eine der beliebtesten Stilarten, und wird wie tokiwazu mit chuzao-Instrumenten gespielt. shinnai-bushiEntstand in Edo und ist durch Passion, Emotion und starke Melodik geprägt. Es fand anfangs im Kabuki Anwendung, war jedoch auch ein sehr beliebter Stil unter Geishas. Wegen anrüchiger Texte wurde es von den TOKUGAWA verboten, erfreut sich heute aber wieder großer Popularität. Stilarten der utamono Entstand im Kamigata-Gebiet und ist ein Vorläufer der anderen Stile. Der Stil war geprägt durch die Aufeinanderfolge mehrerer Kurzlieder und ist heutzutage sehr selten zu hören. jiutaEntstand gleichfalls im Kamigata-Gebiet und verdrängte kumiuta. Jiuta ist auch heute noch als koto begleitete Kammermusik recht beliebt. kouta Ebenfalls ein sehr umfassender Begriff, der sowohl Kinder- als auch geisha-Lieder umfaßt und allgemein für jede Art kurzer, populärer Lieder angewandt wird. hautaDas in Edo entstandene hauta bezeichnet ebenfalls populäre Lieder im Allgemeinen, kann aber im Speziellen eine Art Geishalied klassifizieren. Oft wurden alte Volksweisen mit anrüchigen Texten wiederbelebt. utazawaNeuauflage der hauta, allerdings mit „bereinigten" Texten, im Stil aber auch etwas schwerer. nagauta Stammt ursprünglich aus dem Kamigata-Gebiet, entwickelte sich aber erst in Edo zur Vollendung. Nagauta wurde zum dominanten Musizierstil des Kabuki, was es noch heutzutage ist, und fällt im Vergleich zu anderen Stilen durch seine helle Stimmung auf (hosozao). Im Kabuki wird es mit drei Funktionen angewendet: ogie-bushi Dieser Stil war ein typischer Edo-Stil und lebt noch heutzutage mit mäßiger Popularität. Literatur zum ThemaHarich-Schneider, Eta: A History of Japanese Music. London: Oxford University Press 1973.KISHIBE Shigeo: The Traditional Music of Japan. Tôkyô: Kokusai Bunka Shinkokai 1966. TANEBA, Hisao: Japanese Music. Tôkyô: Kokusai Bunka Shinkokai 1959. JAPANLINK | aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte & politik | special | über japanlink | © 1997-2010 by Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen. |