
Muromachi-Zeit
Kyôgen: Japanese Drama (E/J)
Noh and Kyôgen (E)
Kyôgen
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Kyôgen
Von Andreas Fels
Das kyôgen benutzt zwar die gleiche Bühne wie das nô hat aber sonst nicht sehr viel mit ihm gemein: die Stücke waren in ihrer Form nicht so statisch wie die des nô, sondern offen für Improvisation und Einflüsse aus der völkischen Kultur. Musik und Tanz werden hier nicht so feierlich vorgetragen, wie es bei nô etwa üblich ist, sondern können eher heiter wirken.Masken werden nur von Schauspielern getragen, die Dämonen oder Tiere verkörpern. So bleibt die Möglichkeit offen, daß "menschliche" Schauspieler Gefühle mimisch dem Publikum zeigen können. Unterschieden werden seit dem 17. Jahrhundert durch OKURA Toraaki fünfzehn Arten von Tränen und dreizehn Arten des Lachens. Bei kyôgen, das wie das nô-Spiel während der Muromachi-Zeit (1380-1466) entstanden ist, geht es zumeist um die komische Bloßstellung von Fehlern und Schwächen der Menschen, die gelegentlich auch satirische und gesellschaftskritische Schärfen annehmen kann. Die auf der Bühne inszenierte Fröhlichkeit hat aber stets einen versöhnlichen Zweck: Sie dient der Beförderung und Sicherung der Harmonie der Gemeinschaft und ihrer aus dem Lachen gespeisten Vitalität.
In der traditionellen Aufführungspraxis dienen kyôgen-Stücke als erholsame Zwischenspiele zwischen zwei anspruchsvollen nô-Dramen. Sie werden aber auch in selbständigen Darbietungen präsentiert. Die Überlieferung der Darstellungskunst des kyôgen oblag ursprünglich drei Schulen, von denen sich die Izumi- und die Ôkura- Schule bis heute erhalten haben. Die Izumi- Schule wiederum ist untergliedert in die Izumi-Familie und die Nomura-Familie.
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