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Teil 1: Die subtropische Präfektur
 
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Mitten in Naha kann man in der Marktstraße das "alte" Okinawa erleben

Die eigentliche Besonderheit Okinawas liegt jedoch, trotz der assimilierenden Dominanz Japans, in seinen Bewohnern selbst und in deren zwischen- menschlichem Umgang. Zum einen beherrscht Okinawa ein anderer Rythmus, der die Geschwindigkeit des Alltags vorgibt und der ihm auch so manche Hektik entzieht. Das Zeitgefühl wird liebevoll als "Utschina-Time" bezeichnet, was sich als "Okinawa-Zeit" übersetzen lässt, das hiesige Lebensgefühl aber insgesamt miteinbezieht. Zum anderen ist der Umgang untereinander oder auch mit Fremden von einer offenherzigen Mentalität geprägt. Ungeachtet ihrer leidvollen jüngeren Geschichte haben die Bewohner in ihrer Offenheit im starken Maße von der ruhmreichen Vergangenheit als Handelskönigreich profitiert, als der Kontakt mit dem Ausland auch die tragende Säule des Wohlstands der Inselkette darstellte.
   

Die Strände sind die Hauptattraktion für die knapp 5 Mio. Touristen im Jahr

So heisst es weiterhin "Mensore" - trotz aller Proble- matik der Gegenwart, die von der massiven Präsenz ame- rikanischen Militärs beherrscht wird: Auf Okinawa sind 75% der US-Soldaten auf 0,6% der Gesamtfläche Japans statio- niert. Trotz aller Problematik, die die bis 1972 dauernde Besatzungszeit durch die USA zum großen Teil mitverantwortet hat, als Okinawa eben nicht an den wirtschaftlichen Wunderjahren Japans nach dem Zweiten Weltkrieg teilhatte und so in der Entwicklung auch stetig hinterherhinkt. Heute hat Okinawa die höchste Arbeitlosenrate von Japan, sie ist etwa doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt, und auch die Quote der Universitätsabsolventen ist weitaus niedriger als im restlichen Japan. Es deutet sich zur Zeit jedoch ein Umschwung an, nachdem die letzten Präfekturwahlen von einem regierungstreuen Kandidaten, INAMINE Keiichi, gewonnen wurden und die selbstbewußte Protesthaltung gegenüber der amerikanisch-japanischen Sicherheitspolitik unter dem früheren Präfekturminister MASAHIDE Ota auch einer politischen "Mensore"- Haltung wich: die Inseln wurden mit dem G-8 Gipfeltreffen im Juli 2000 belohnt, das in Japan zum ersten Mal ausserhalb Tôkyôs abgehalten wurde.



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