TEXT von Andreas Fels
CGI - computer-generated imagery - ist in Spielfilmen ganz gewiss
nichts Neues mehr. Während erste längere digital entstandene
Sequenzen in Filmen wie "The Abyss" (1989), "Terminator
2: Judgment Day" (1991) und "Jurassic Park" (1993) noch
für reihenweise offenstehende Münder sorgten, lassen sich
heutzutage Effekte dieser Qualität in Werbespots und schnell produzierten
"TV-Movies" der Privatsender finden. Computereffekte sind
in Filmen so alltäglich geworden, wie das Klischee des mit unausweichlicher
Sicherheit explodierenden Unfallautos in amerikanischen Filmen. Weniger
alltäglich sind bislang allerdings vollständig am Computer
erstellte Filme, wie im Sommer 2001 der Überraschungshit der Produktionsfirma
Dreamworks, "Shrek", und der lang erwartete erste "Final
Fantasy"- Film, "Die Mächte in Dir".
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Die
"Blue Sumarine No.6" als 3D- Drahtgittermodell und im
Einsatz.
Bild: © Ozawa Satoru/Bandai Visual |
Aber selbst das ist - zumindest in Japan - ein alter
Hut. Hier lief bereits 1998 die 4-teilige Anime-Serie "Blue
Submarine No.6" (Ao no roku gô), bei der Regisseur MAEDA
Mahiro basierend auf einer Manga- Serie aus den sechziger Jahren den
Held Hayami und seine Mitstreiter mit Hilfe des U-Bootes "Blue"
gegen den größenwahnsinnigen und (natürlich, auch in
japanischen Filmen dürfen solche Klischees nicht fehlen) verrückten
Professor Zorndyke kämpfen ließ. Dabei waren lediglich für
die Entwürfe der Figuren Zeichnungen auf reales Papier gemacht
worden. Die Animation der selben sowie die komplette Szenerie und alle
Objekte einschließlich der "Blue" entstanden am Computer.
Das Ergebnis waren zwar beeindruckend fotorealistische Unterwasserschlachten, doch wollten diese nicht recht zu den gezeichnet-wirkenden Charakteren passen.
Dieses Problem wird von den neueren Vertreter der Gattung "Computeranimierter
Film" geschickt gelöst: Durch optische Angleichung von Hinter-
und Vordergrund. Wie schon in den volldigitalen Filmen "Toy Story" (1995)
und seiner Fortsetzung "Toy Story 2" (1999) werden die Figuren und Hintergründe
in ihrer Künstlichkeit vereint (in "Shrek" ist nahezu
alles schreiend bunt und die menschlichen Schergen des bösen karikaturesken
Lord Farquaad bewegen sich wie Figuren der "Augsburger Puppenkiste").