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Ein verdammt fieser Typ: General Hein
Bild: © Square Pictures/ Columbia-Tristar |
"Ein Fest der Ideen, der Bewegung, des Designs
und der Vorstellungskraft," protzt der Verleiher des Films im offiziellen
Presseheft. Zumindest was die stellenweise voraussehbare Handlung und
die holprigen Dialoge angeht, bleibt der Film weit hinter dem hochgesteckten
Anspruch zurück. Außerdem störend ist die mangelhafte
Charaktertiefe einiger Figuren, allen voran der Antagonisten Ross und
Hein. Während die Heroine zwar als weiblich, zerbrechlich und wissenschaftlich
begabt sowie gleichzeitig anpackend und mutig gezeigt wird, bleiben
diese derart oberflächliche Charakterisierungen, das dem Zuschauer
das Schicksal Akis beinahe gleichgültig bleibt. Ein anderes Extrem
haben sich die Drehbuchautoren Al Reinert und Jeff Vintar mit dem allzu
diabolischen General Hein geleistet: Ein klischeehafter Bösewicht
wie aus einem James Bond- Film, der - um seine besondere Fiesheit zu
unterstreichen - dem Namen nach scheinbar sogar noch deutschstämmig
ist. Hollywood braucht diese Klarheit. Über die Motive des lackleder-bejackten
Militärs erfährt der Zuschauer wenig - bei Kommandierenden
reicht offenbar die Erklärung, dass es eine Superwaffe auszuprobieren
gilt -, so dass man nur mutmaßen kann, dass es um die Integrität
seiner Position geht, die es auf jeden Fall durch einen Sieg über
die ‚Phantome' zu wahren gilt.

Wissenschaftler unter sich: Aki Ross und ihr Mentor Dr.Sid
Bild: © Square Pictures/ Columbia-Tristar |
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Trotzdem: Der Film ist atemberaubend und auch trotz der offensichtlichen
visuellen und inhaltlichen Anleihen an Genrestreifen wie "Alien"
und "Starship Troopers" absolut sehenswert. Neben der zurecht
immer wieder hochgelobten grafischen Qualität des Films - diese
ist tatsächlich bahnbrechend und, auch wenn die virtuellen Darsteller
oft noch starr wie durch Glasaugen in die am Computer entstandene Welt
blicken, absolut maßstabsetzend. Die Tatsache, dass immer wieder
der Gedanke "Hey, das ist ja irre gemacht!" durch den Kopf
des Betrachters schießt, lässt die minimalistische und austauschbare
Handlung schnell vergessen. Zudem ist der Film atmosphärisch sehr
dicht. Wenn Aki mit wehendem Haar durch das unheimliche post-apokalyptische
New York schleicht, den Blick auf ihren projezierten Handscanner gerichtet,
um einerseits Phantome erkennen zu können, andererseits um immune
Lebensformen zu finden, scheint die Luft vor Spannung zu knistern. Dann
stimmt alles: Die Beleuchtung, die Geräusche, die Musik, die Schnittfolge,
der Szenenaufbau. Visuell betörend sind Akis Traumszenen, denen
man anmerkt, dass sich hier die Kreativen einmal richtig austoben und
eine irreale und doch realistisch anmutende Welt schaffen konnten. Hätten
die schreibenden Kreativen Reinert und Vintar nur annähernd dieses
Niveau erreicht, so hätte man diesen Film nicht nur wegen seiner
Optik und Technik einen Meilenstein nennen müssen.
So bleibt es dabei: Final Fantasy ist ein Film, den man gesehen haben muss - alleine, um mitreden zu können. Dies war bei Camerons "Titanic" ja auch nicht anders. Die Drehbuch- Defizite und famosen Specials Effects haben beide - Final Fantasy von letzterem nur eben deutlich mehr.