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02_final fantasy: die mächte in dir

Teil 4: Von Phantomen und der Universalseele
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Ein verdammt fieser Typ: General Hein
Bild: © Square Pictures/ Columbia-Tristar

"Ein Fest der Ideen, der Bewegung, des Designs und der Vorstellungskraft," protzt der Verleiher des Films im offiziellen Presseheft. Zumindest was die stellenweise voraussehbare Handlung und die holprigen Dialoge angeht, bleibt der Film weit hinter dem hochgesteckten Anspruch zurück. Außerdem störend ist die mangelhafte Charaktertiefe einiger Figuren, allen voran der Antagonisten Ross und Hein. Während die Heroine zwar als weiblich, zerbrechlich und wissenschaftlich begabt sowie gleichzeitig anpackend und mutig gezeigt wird, bleiben diese derart oberflächliche Charakterisierungen, das dem Zuschauer das Schicksal Akis beinahe gleichgültig bleibt. Ein anderes Extrem haben sich die Drehbuchautoren Al Reinert und Jeff Vintar mit dem allzu diabolischen General Hein geleistet: Ein klischeehafter Bösewicht wie aus einem James Bond- Film, der - um seine besondere Fiesheit zu unterstreichen - dem Namen nach scheinbar sogar noch deutschstämmig ist. Hollywood braucht diese Klarheit. Über die Motive des lackleder-bejackten Militärs erfährt der Zuschauer wenig - bei Kommandierenden reicht offenbar die Erklärung, dass es eine Superwaffe auszuprobieren gilt -, so dass man nur mutmaßen kann, dass es um die Integrität seiner Position geht, die es auf jeden Fall durch einen Sieg über die ‚Phantome' zu wahren gilt.


Wissenschaftler unter sich: Aki Ross und ihr Mentor Dr.Sid
Bild: © Square Pictures/ Columbia-Tristar

Trotzdem: Der Film ist atemberaubend und auch trotz der offensichtlichen visuellen und inhaltlichen Anleihen an Genrestreifen wie "Alien" und "Starship Troopers" absolut sehenswert. Neben der zurecht immer wieder hochgelobten grafischen Qualität des Films - diese ist tatsächlich bahnbrechend und, auch wenn die virtuellen Darsteller oft noch starr wie durch Glasaugen in die am Computer entstandene Welt blicken, absolut maßstabsetzend. Die Tatsache, dass immer wieder der Gedanke "Hey, das ist ja irre gemacht!" durch den Kopf des Betrachters schießt, lässt die minimalistische und austauschbare Handlung schnell vergessen. Zudem ist der Film atmosphärisch sehr dicht. Wenn Aki mit wehendem Haar durch das unheimliche post-apokalyptische New York schleicht, den Blick auf ihren projezierten Handscanner gerichtet, um einerseits Phantome erkennen zu können, andererseits um immune Lebensformen zu finden, scheint die Luft vor Spannung zu knistern. Dann stimmt alles: Die Beleuchtung, die Geräusche, die Musik, die Schnittfolge, der Szenenaufbau. Visuell betörend sind Akis Traumszenen, denen man anmerkt, dass sich hier die Kreativen einmal richtig austoben und eine irreale und doch realistisch anmutende Welt schaffen konnten. Hätten die schreibenden Kreativen Reinert und Vintar nur annähernd dieses Niveau erreicht, so hätte man diesen Film nicht nur wegen seiner Optik und Technik einen Meilenstein nennen müssen.

So bleibt es dabei: Final Fantasy ist ein Film, den man gesehen haben muss - alleine, um mitreden zu können. Dies war bei Camerons "Titanic" ja auch nicht anders. Die Drehbuch- Defizite und famosen Specials Effects haben beide - Final Fantasy von letzterem nur eben deutlich mehr.




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