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03_yukikos tagebuch

tag 17: europäischer städtebau
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


Europäische Häuser sind wunderschön. Es gibt sehr schöne Altbauwohnungen mit schönen Verzierung und einer erhaben-stillen Stimmung. Sie haben große Fenster und einen großen Balkon. Manche der Altbauwohnungen sind saniert und schauen aus wie neu, andere aber haben ohne größere Eingriffe ihre Schönheit bewahrt, so, dass ich kaum glauben kann, dass diese Wohnhäuser schon teilweise über 100 Jahre alt sind. Neben den schönen Altbauten an sich gibt es aber noch etwas anderes, dass die europäischen Häuserreihen so schön macht: Ihre Bewohner, die versuchen, ihre Wohnung möglichst schön zu halten. Ich ist aufgefallen, dass die Bewohner ihre Balkone oder Fenster mit viele Blumen und mit viel Grün verschönern. Sie sind sehr fleißige Blumengießer. So fleißig, dass ich auch oft gegossen werde, wenn ich auf der Straße unter einem Balkon entlanggehe.

Im Gegensatz zu Japan sind in Deutschland keine Telegrafenmaste zu sehen und keine Wäsche zu finden, die draußen zum Trocknen aufgehangen wurde. Es gibt auf der Straße weniger Abfälle, wahrscheinlich, weil man an Deutschen Straßen viel mehr Mülleimer finden kann, als in Japan. Überhaupt sind die Deutschen umweltbewusster als die Japaner. Das fällt mir schon auf, wenn ich sehe, dass man in Deutschland zum Beispiel für Flaschen Pfand zahlt. Es gibt auch viel weniger Werbeschilder in den Städten und die, die da sind, sind oft auch schöner. Ich habe Werbungen gesehen, die wie ein Bild an eine Hauswand gemalt sind. Ich habe gehört, dass es in Deutschland Regeln geben soll, in denen festgehalten wird, wie etwas gebaut kann, damit die Schönheit der Stadt nicht verunstaltet wird. Ich bin davon begeistert.

Ich finde, dass die Städte in Europa durch ihren Aufbau bedingt, sehr ruhig wirken. Manchmal finde ich das sehr angenehm, manchmal - besonderes in Winter - fühle ich mich aber auch einsam in den europäischen Städten. Dann vermisse ich langsam die schmutzige lebendige Stadt Tôkyô, sowie auch die anderen asiatische Städte. Die Städte, die das totale Gegenteil von Europa sind, in der alles zugestellt ist mir Werbeschilder und wo auf den Straßen viel, viel Müll liegt. Zudem ist auch deutlich weniger Grün zu sehen. Trotzdem finde ich, dass Tôkyô eine sehr schöne und sehr interessante Stadt ist (obwohl ich mich in heißen Sommern auch in Tôkyô sehr schwermütig fühlen kann).

Übrigens attackiert zur Zeit der 16. Taifun diesen Jahres Japan. In Japan leiden wir an den Taifunen. Durch die Taifune stürzen hin und wieder die Telegrafenmaste um, gehen die Telegrafenkabel kaputt. Oft gibt es auch Stromausfälle und manchmal werden Menschen in Folge des Taifuns durch einen elektrischen Schlag getötet. Immer wenn Taifune kommen, müssen wir Angst haben, wegen der planlos gebauten japanischen Städte. Langsam gibt es aber auch in Japan immer mehr Städte, in denen die Stadtplanung an Europa angelehnt ist und in denen die Telegrafen- und Stromleitungen unterirdisch verlaufen. Eine angenehme Entwicklung.

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