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03_yukikos tagebuch

tag 20: behindertenfreundliche städte
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


In den letzten Jahren ist wahrer Umbaurausch in Japan ausgebrochen. Das Ziel: Die Städte freundlicher und behaglicher und zugleich auch behindertengerechter zu gestalten. Wenn ich nach Japan zurückkehre, wird mich bestimmt schon eine neue Stadt begrüßen, denn als ich im April Japan verließ, waren die verschiedenen Umbauten bereits teilweise abgeschlossen. Der Schwerpunkt der Umbauten lag dabei auf Behindertenfreundlichkeit. So gibt es Umrüstungen bei Aufzügen und Rollstuhlrampen neben den Treppen. Dieser Bauboom ist gleichzeitig an verschiedenen Stellen ausgebrochen. Plötzlich waren überall Bahnhöfe und Kaufhäuser im Umbau. Alles ging sehr schnell voran. Trotzdem fürchte ich, dass diese Veränderungen im Vergleich zu Deutschland nicht ausreichend sein werden.

Nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch alte Leute können in Deutschland ohne große Mühe ausgehen. Straßen- und U-Bahnen sind gut eingerichtet, um ein einfaches ein- und auszusteigen zu ermöglichen. Es gibt auch genügend Stellplätze für Rollstühle in den Bahnen. Bei Parkplätzen gibt es bestimmte Plätze nur für Behinderte, die von den nicht Behinderten nicht einfach beparkt werden, auch wenn sie sonst keinen anderen Platz finden. In Supermärkten, Bahnhöfen und auch den Straßen dürfte man zumindest als gebrechlicher oder behinderter Mensch fast keine Probleme haben, glaube ich. Deutschland hat einen Städtebau. So lange ich deutsche Städte kenne, sind mir hier solche Errichtungen aufgefallen. Sie sind ein fester Teil der Stadt.

In Japan gibt es dafür sehr viele Einrichtungen für Blinde. Ich weiß nicht genau, seit wann, aber ich kenne diese Einrichtungen schon seitdem ich ein Kind war. Zum Beispiel sieht man überall die Braille- Punktschrift (vom Stadtplan und Wegweiser in Straßen oder Bahnhöfe bis zu den Geldscheinen) und kleine Erhöhungen, die u.a. auf den Straßen angebracht sind, damit Blinden nicht auf die Straße geraten. Allerdings werden diese Hubbel kontrovers aufgenommen, da auch manche der Ansicht sind, dass sie Rollstuhlfahrer stören. Wenn eine Ampel grün wird, hört man Musik. Dagegen gab es komischerweise lange Zeit keine richtigen Anpassungen der Städte an die Bedürfnisse der Rollstuhlfahrer. Ich frage mich daher, ob nun auch in Japan endlich hürdenfreie Städte entstehen.

Übrigens sehe ich auch viele Kinderwagen hier in Deutschland. Für Mütter und Väter ist es auch einfach, mit Kindern in Kinderwagen auszugehen. Dadurch, dass die Leute in Deutschland freiwillig helfen, den Kinderwagen zu tragen, um eine Treppe hoch- oder runterzugehen. Ich habe auch bereits ein paar mal geholfen, einen Kinderwagen zu tragen. Ich wusste gar nicht, dass Kinderwagen so schwer sind. In Japan sehe ich viel weniger Kinderwagen. Es kann immer noch nicht genügende Errichtungen geben, oder die Leute können auch wie in Deutschland von sich aus helfen, obwohl Japaner natürlich gerne helfen, wenn man sie um Hilfe bittet. Ich glaube, auch das nicht nachfragen müssen macht frei von Hürden. Die Menschen in Deutschland müssen wohl hürdenfrei sein!

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