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03_yukikos tagebuch

tag 25: städte der künste
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


Endlich konnte ich gestern einen Straßenkünstler sehen, der gerade dabei war, sich auf seine Performance vorzubereiten. Er war einer dieser Künstler, die sich auf der Straße stehend zunächst überhaupt nicht bewegen und dann plötzlich roboterhafte Bewegungen vollführen. Ich wollte schon seit langen wissen, wie sich solche Künstler vorbereiten oder wie sie nach ihrer Show wieder aus dem Kostüm steigen. Gerade deshalb wollte ich eigentlich den Künstler so lange beobachten, bis er sich auf seinen Platz stellt. Doch leider hatte ich nicht genügend Zeit und musste weitergehen, bevor er fertig war. Trotzdem war es sehr nett anzusehen. Ich werde dann beim nächsten mal versuchen, ihn bis zum Ende zu beobachten.

Solche Künstler schminken sich meistens sehr lustig. Ich sah einmal einen Tut- Anch Amun, der plötzlich wieder zum Leben erwachte und einmal eine Flamencotänzerin, die plötzlich anfing, leidenschaftlich zu tanzen, als ihr jemand Geld hinwarf. Sie haben wirklich gute Ideen, diese Künstler, und setzen sie gut um. Überall auf den Straßen Europas habe ich viele verschiedene Künstler gesehen. Musiker, die vor Cafés oder in U-Bahn musizieren, Maler, die ein großes Bild auf dem Boden malen, Trickspieler mit Karten wie im Casino und so weiter. Sie sehen sehr faszinierend aus. Man merkt genau, dass sie ihr Kunst sehr gerne machen und sich selbst auch als Künstler verstehen. Ihre Faszination zieht ein großes Publikum an - auch mich.

Und das Publikum, das meist nur vorbeigehen wollte und den Schausteller zufällig begegnen, kritisieren die Künstler auch sehr konstruktiv und ehrlich, wie ich finde. Wenn dem Publikum eine Performance gefällt, gibt es auch sehr gerne Trinkgeld, ohne zu zögern. Die Reaktionen des Publikum sind sehr gut hier in Europa. Ich finde, gerade deswegen hat sich hier auch eine richtige Kunst entwickelt. Leider sind in Japan solche Schaukünste nicht so lebendig wie z.B. in Deutschland. Ich denke, die meisten Japaner können solche Situation nicht so wertschätzen wie Deutsche. Ihnen scheint der entsprechende Zugang hierzu zu fehlen.

Es gibt viele japanische Künstler, die in Deutschland als Theaterschauspieler, als Musiker, als Komponist oder als Kleidungsdesigner tätig sind. Und ich höre auch oft, dass es auch viele Leute gibt, die nach Europa kommen möchten, um dort eine Kunst zu erlernen oder um als Künstler tätig zu werden. Obwohl ich es eigentlich schade finde, dass solche japanischen Künstler in Japan sehr schwer ihrer Tätigkeit nachgehen können, weil sie wenig Reaktionen auf ihre Arbeiten bekommen. Vielleicht wird es hier ja irgendwann einmal so wie in Europa, eine Situation, in der Künstler und Publikum aufeinander einwirken. Das könnte den Künstlern helfen, sich weiterzuentwickeln.

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