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03_yukikos tagebuch

tag 41: frauen bleiben frauen
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


Es gab früher ein Phänomen - vor etwa zehn, fünfzehn Jahren - das im Japanischen mit dem Modewort "Obatarian" bezeichnet wurde. Dies meinte eine Frau, die mindestens 50 Jahre alt, sehr frech und unanständig ist. Diese ältere Frau fällt dadurch auf, dass sie keine Rücksicht auf anderen Leute nimmt und zum Beispiel sehr laut spricht und unschön lacht. "Obatarian" gibt es immer noch, doch trifft man heutzutage deutlich weniger von ihnen. Gruppen von Obatarians können sehr anstrengend sein. Sie sind dermaßen energisch in ihrem Handeln, dass sie vollkommen ihre Weiblichkeit verlieren.

In die Jahre gekommene deutsche Frauen sind da schon anders: Sie schminken sich, tragen roten Lippenstift auf und versuchen sich gut zu kleiden. Ich glaube, sie bleiben immer Frauen, bis sie sterben und wahrscheinlich auch über den Tod hinaus. Sie werden - so hoffe ich - nie eine "Obatarian". Ich glaube, dies liegt vor allen Dingen an den deutschen Männern, wie ich gestern bereits ausführte.

"Ein Japaner ändert sich, wenn er heiratet." Ich habe diese Meinung im Japanlink- Forum gelesen. Das stimmt auch mehr oder weniger, genau wie die Behauptung, dass dies noch stärker der Fall ist, wenn er Kinder hat. Für Japaner ist die Partnerin mehr die Mutter des Kindes als seine Frau. Dagegen bleibt für Deutsche die Frau offenbar immer für die "Freundin". In Deutschland sehe ich oft Pärchen mit Kindern Hand in Hand gehen, genau wie auch Omas und Opas auch. Das finde ich sehr, sehr schön Ich glaube, das macht Frauen auf Dauer jung, hübsch und weiblich. Warum sollte eine Frau eine "Obatarian" werden, wenn ihr Mann sie so liebe- und respektvoll behandelt?

"Japaner sind gute Liebhaber" soll, wie ich höre, der Titel eines Films sein. Mich würde sehr interessieren, wie der Film ist. Ich glaube und hoffe, dass es ein netter Film ist. Es gibt jetzt weniger "Obatarian". Japaner müssen inzwischen dann doch gute Liebhaber sein.

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