TEXT von UCHIDA Yukiko
Jetzt ist für mich schon der Glockenklang der Kirchen zu einem Teil meines Alltagslebens geworden. Wenn ich in Köln zehn Minuten zu Fuß unterwegs bin, stoße ich leicht auf zehn verschiedene Kirchen. Es gibt sehr viele hübsche Kirchen in Köln. Und ich finde es sehr schade, dass fast alle japanischen Touristen sich davon nur den Kölner Dom anschauen kommen. Gleich neben meiner Wohnung zum Beispiel steht eine sehr alte schöne Kirche. Dort finden häufig an den Wochenenden Hochzeiten statt, die ich von dem Fenster meiner Wohnung aus beobachten kann. Sehr hübsch anzusehen, wie sich das brautpaar und die Hochzeitsgäste im Hof unterhalten, essen und trinken. Am Anfang fand ich allerdings den Glockenklang dieser Kirche noch viel zu laut. Da die Glocken schon morgens früh klingelten, konnte ich nicht mehr schön weiterschlafen.
Der Kölner Dom ist ja wirklich sehr schön. Besonderes in der Nacht gefällt er mir, obwohl der riesige, schwarze beleuchtete Dom sehr unheimlich aussieht. Aber trotzdem ist er sehr schön. Wie in einem Traum. Obwohl der Glockenklang der Kirchen inzwischen schon Gewohnheit für mich ist, bin ich nach wir vor voller Begeisterung für den Dom. Immer wenn ich in der Nähe des Doms unterwegs bin, muss ich kurz anhalten, um mir diese Kirche anzusehen. Von innen ist sie natürlich auch schön. Glasmalerei finde ich sehr hübsch, sowohl hier, als auch in anderen Kirchen. Zum Beispiel hat mir St. Stephan in Mainz super gefallen, in der es von Chagall gemalte Glasfenster gibt. Auch die Kerzen im Kölner Dom gefallen mir gut. Hier vermitteln sie dem dunklen Innern einen schönen mysteriösen Eindruck. In dem großen Dom herrscht eine besondere Stille.
Und inzwischen bin ich endlich auch auf den Dom heraufgestiegen. Nachdem ich eine enge lange Wendeltreppe hinaufstieg, kurz atmend und viele Kritzeleien an den Wänden sehend, bin ich an dem Glockenraum angekommen. Als ich dort eine kurze Pause machte, fingen die Glocken plötzlich an zu klingeln. Ich habe sehr viel Glück gehabt, gerade zu dieser Zeit da zu sein und war sehr froh, dass es geklingelt hat - es könnte ja ein Glückszeichen gewesen sein. Kurz danach war ich dann ganz oben auf dem Dom. Das Wetter war nicht so super, aber gut genug, um Köln überblicken zu können. Der Vater Rhein, Brücken und die kleine schöne Altstadt.
Ich habe im ersten Teil meines Tagebuchs geschrieben, dass der Kölner Dom irgendwie bedeutungsvoll für mich sei und der Grund dafür, warum ich mich für Deutschland interessiert habe. Der Kölner Dom hat mich fasziniert, seit ich ihn zum ersten mal auf einem Foto sah. Und ich bin immer noch von ihm fasziniert, obwohl ich jetzt in Deutschland wohne, viele Sachen erlebt und nette Leute kennen gelernt habe. Ich interessiere mich immer mehr für Deutschland. Der Dom war nur ein sehr, sehr kleiner Anlass, um damit anzufangen, Deutsch zu lernen. Damals hatte ich noch gar keine Ahnung von Deutschland. Jetzt bin ich sehr dankbar für den Kölner Dom, weil ich durch ihn Deutschland kennen lernen konnte und weiter kennen lernen will.
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