TEXT von UCHIDA Yukiko
Neulich wurde mein Computer durch eine Virusmail lahmgelegt! Ich war sehr verwirrt, weil ich nicht wusste, wie ich machen sollte und wie ich das wieder reparieren konnte. Gott sei Dank ist mein Computer nun wieder gesund und arbeitet wie immer sehr fleißig. Wenn man einmal Computer hatte, braucht man fortan für immer. Genau so ist das auch mit einem Handy.
Ich habe zur Zeit Spaß an meinem neuen Handy, das ich mir gleich nach meiner Heimkehr besorgt habe. Die Handy ist an sich nicht wirklich "neu". Ich habe es billiger bekommen, weil es schon ein älteres Modell ist. Aber für mich war diese Art von Handy ganz neu - ein i-mode-Handy, so etwas hatte ich vorher noch nicht. Und das, obwohl es schon seit mehr als einem Jahr bei Jung und Alt sehr beliebt ist. Diese Handys können viele Rollen spielen. Man verwendet sie nicht nur zum Telefonieren, sondern auch zum Mailen und zum Surfen im Internet. Damals, etwa vor einem Jahr, noch vor meiner Abreise nach Deutschland, gab es schon viele Leute, die ein solches multifunktionales Computerhandy hatten. Aber jetzt, als ich endlich in die Reihen der Besitzer solcher Handys nachgerückt bin, haben bereits viele Leute Computerhandys mit eingebauten Digitalkameras! Meine altes Handy ist also jetzt schon total überholt.
Während man überall Leute sieht, die mit ihrem Handy Textnachrichten verschicken, sehe ich jetzt kaum noch Menschen, die mit ihrem Handy telefonieren. Es ist sehr praktisch, mit dem Handy E-Mails zu verschicken und zu empfangen. Im Vergleich zu einem Computer, muss man dieses nicht erst hochfahren und mit dem Internet verbinden. Es ist einfach immer mit dem Internet verbunden, so lange es eingeschaltet ist. Zudem kann man sein Telefon überall heimlich kommunizieren: Zum Beispiel im Zug, in der Schule oder während Arbeit! Zudem ist diese Art der Mitteilung deutlich günstiger als telefonieren. Man kann die E-Mails lesen, wann immer man will. Ich würde sagen, das ist ist kein Handy- Telefon mehr, sondern ein kleiner Computer, mit dem man auch telefonieren kann. Echt cool, oder? Doch fand ich es sehr krank zu sehen, dass Leute auf einer Kennenlern-Party nicht miteinander sprachen, sondern schweigend E-Mails austauschten, um miteinander zu kommunizieren!
Genau wie es kein Wunder ist, dass in dieser Zeit jeder Virusmails zugeschickt bekommt, erreichen auch die Handys sehr oft Belästigungsmails, in denen zum Beispiel für erotische Videos und Fotos geworben oder die Chance angeboten wird "sofort einen Partner oder eine Partnerin zu finden". Weil viel Kriminelles über diese belästigenden Nachrichten eingeleitet wurde, wurde das Versenden vor kurzem gesetzlich verboten. Jetzt soll man also weniger Belästigungsmails bekommen und in Ruhe sein Handy benutzen können? Von wegen! Jetzt gibt es eine neue Form von Belästigung, die Belästigungsanrufe.
Die Belästigungsanrufe (wan giri denwa) funktionieren nach folgendem Muster: Jemand ruft mein Handy an, lässt aber nur einmal klingeln und legt gleich wieder auf, bevor ich antworten kann. Aber ich sehe die fremde Rufnummer auf dem Bildschirm des Telefons. Dort kann ich neugierig zurückrufen, um zu erfahren, wer versuchte, mich anzurufen. Denn das könnte ja sein, dass ein Freund von mir eine neue Handynummer hat. Aber wenn die hintergelassene Nummer eine solche Belästigungstelefonnummer wäre, würde es bedeuten, dass ich ohne mein Wissen mit einer Servicenummer verbunden werde, zum Beispiel mit einer Sex-Hotline, bei der die Telefongebühren doppelt bis zehnmal so teuer sind, wie normal. Die Konsequenz wären unglaublich hohe Gebührenforderungen. Solche Belästigungsanrufe habe ich auch schon bekommen. Allerdings habe ich dort nicht zurückgerufen. Ich wusste, dass es diese Masche war, da ich mich schon vorher nach einer Liste mit verdächtigen Nummern erkundigt hatte.
Sehr furchtbar! Sowohl Computer auch Handy sind schon so Teil unseres Lebens geworden, dass viele Leute denken, sie könnten ohne Computer oder Handy nicht mehr leben. Obwohl Dinge wie die Computerhandytelefone, die in ähnlichen Ausführungen wie hier in Japan sicherlich bald auch nach Deutschland kommen, eigentlich eine sehr praktische Sache sind, schränken sie uns gleichzeitig auch furchtbar in unserer Freiheit ein.