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Silvester waren daher prompt die Telefonleitungen total verstopft. Es war schwer, jemanden gegen 0 Uhr zu erreichen - weil es natürlich alle gleichzeitig versuchten. E-Mails kamen auch ein paar Stunden früher oder sogar erst am 2.1. an. Ich habe auch versucht, Freunde und Familie anzurufen, aber es klappte nicht. Inzwischen hatte schon der Countdown auf das neue Jahr begonnen. Plötzlich bemerkt ich, dass das neue Jahr schon angefangen hatte, während ich noch versuchte, eine Leitung zu bekommen. Draußen war es sehr schön, die Luft sehr frisch und klar und man konnte den Klang der Neujahrsglocken hören. Ich habe aufgegeben zu telefonieren und bin gleich zu einem Schrein gegangen.
Nach dem Kurzgebet habe ich an einem der Ständ ein Glas warmen Sake getrunken. Das hat mich wunderbar von innen aufgewärmt und schmeckte gerade dort draußen in der kalten Nacht besonders gut. Während ich den warmen Sake trank, erinnerte ich mich lächelnd an ein Silvester, dass ich in Wien erlebte. Dort hatte ich Punsch getrunken, während sich die Leute vor einer Kirche drängelten. Sehr interessant, in Japan und Österreich wird also ähnlich Silvester gefeiert. Das neue Jahr fing dann auch gleich hektisch an, denn am der 1. und 2. Januar sind die ersten Tage des Winterschlussverkaufs. Die Stadt war voll von Leuten, die viele Einkaufstüten trugen. Wiedereinmal drückte man sich im Gedränge, kämpfte mit den anderen, um die beste Ware abzukriegen. Sollte das Neujahrfest in Japan nicht eigentlich sehr ruhig sein und feierlich im Kreise der Familie zu Hause verbracht werden? Das habe ich mir zumindest sehnsüchtig gewünscht. Dieses Neujahrfest ging am Ende dann sehr schnell vorbei. Und mein hektisches Jahr hat begonnen. Auf jeden falls wünsche ich mir und allen Lesern ein schönes Jahr 2002. | aktuelles | medien und kultur | land und leute | geschichte und politik | über japanlink | © 1997-2003 by |