Japanlink Logo
Werbung - Bitte hier klicken!Werbung buchen
AktuellesMedien und KulturLand und LeuteGeschichte und PolitikÜber Japanlink
japanlink special

04_yukikos japan-tagebuch

woche 7: Ein glückliches neues Jahr...
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


   

Wartende Massen beim ersten Schreingang zu Neujahr am Meiji-Schrein.
Bild: © Andreas Fels
"Vielen Dank für Alles im vergangenen Jahr. Ich hoffe, wir werden auch in diesem Jahr weiterhin gut zusammenarbeiten.". Wir wünschen unseren Freunden, Kollegen und Verwandte ein "Frohes Neues Jahr". Je älter ich werde, desto weniger Neujahrskarten versende ich. Und je weniger ich verschicke, desto weniger bekomme ich auch. Anstatt eine Karte zu schreiben, grüßt man jetzt die meisten Leute per E-Mail oder Telefon.

Silvester waren daher prompt die Telefonleitungen total verstopft. Es war schwer, jemanden gegen 0 Uhr zu erreichen - weil es natürlich alle gleichzeitig versuchten. E-Mails kamen auch ein paar Stunden früher oder sogar erst am 2.1. an. Ich habe auch versucht, Freunde und Familie anzurufen, aber es klappte nicht. Inzwischen hatte schon der Countdown auf das neue Jahr begonnen. Plötzlich bemerkt ich, dass das neue Jahr schon angefangen hatte, während ich noch versuchte, eine Leitung zu bekommen. Draußen war es sehr schön, die Luft sehr frisch und klar und man konnte den Klang der Neujahrsglocken hören. Ich habe aufgegeben zu telefonieren und bin gleich zu einem Schrein gegangen.

   

Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schrein finden sich zu Silvester Stände für jeden Geschmack.
Bild: © Kerstin Schmidt-Denter
Beim Schrein hatten sich bereits viele Leute angesammelt, die dort das neue Jahr begrüßen wollten. Auch hinter mir vergrößerte sich die Warteschlange zusehendst. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schrein waren viele verschiedene Stände aufgebaut. Dort hatte schon eine fröhliche Stimmung geherrscht. Um dann traditionell am Schrein eine Münze zu werfen und zu beten, mussten wir sehr lang warten. Endlich war ich dann dran! "Ich möchte dieses Jahr…" Bevor ich vor dem Schrein in Ruhe einen neuen festen Vorsatz fassen konnte, musste ich schon wieder dort weg. Die nachrückenden Leute drängelten und schoben.

Nach dem Kurzgebet habe ich an einem der Ständ ein Glas warmen Sake getrunken. Das hat mich wunderbar von innen aufgewärmt und schmeckte gerade dort draußen in der kalten Nacht besonders gut. Während ich den warmen Sake trank, erinnerte ich mich lächelnd an ein Silvester, dass ich in Wien erlebte. Dort hatte ich Punsch getrunken, während sich die Leute vor einer Kirche drängelten. Sehr interessant, in Japan und Österreich wird also ähnlich Silvester gefeiert.

Das neue Jahr fing dann auch gleich hektisch an, denn am der 1. und 2. Januar sind die ersten Tage des Winterschlussverkaufs. Die Stadt war voll von Leuten, die viele Einkaufstüten trugen. Wiedereinmal drückte man sich im Gedränge, kämpfte mit den anderen, um die beste Ware abzukriegen. Sollte das Neujahrfest in Japan nicht eigentlich sehr ruhig sein und feierlich im Kreise der Familie zu Hause verbracht werden? Das habe ich mir zumindest sehnsüchtig gewünscht. Dieses Neujahrfest ging am Ende dann sehr schnell vorbei. Und mein hektisches Jahr hat begonnen. Auf jeden falls wünsche ich mir und allen Lesern ein schönes Jahr 2002.



JAPANLINK
| aktuelles | medien und kultur | land und leute | geschichte und politik | über japanlink |
© 1997-2003 by APIX