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woche 10: Deutsche Filme in Japan
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


Deutschland ist eine Großmacht. Jeder in Japan kennt Deutschland. Trotzdem gibt es sehr viele Menschen, die Deutschland nicht richtig beschreiben können. Ähnliches gilt ja auch für Japan in Deutschland. Es gibt immer noch die Leute, die glauben, dass man in Japan Kimono trägt oder dass alle Japaner Fahrrad fahren.

Bei Filmen verhielt es sich bis vor kurzem ähnlich. Die Streifen aus Hollywood sind jeweils der Mehrheit der Japaner und der Deutschen bekannt. Anders war es da bei den Filmen aus den jeweiligen Ländern. Obwohl der Regisseur Wim Wenders auf der Welt sehr bekannt Welt ist, blieben Leute, die seine oder andere deutsche Filme kannten, in Japan eine verschwindend kleine Minderheit. Deutsche Filme waren hier eher etwas für "Fans". Daher waren deutsche Filme, die man in Japan sehen konnte, oft auch Genre-Filme wie "United Trash" oder "Das Deutsche Kettensägen Massaker". Bei diesen ist allerdings fraglich, ob man sie überhaupt in Deutschland kennt und im Kino anschauen kann, da es sich um kostengünstig produzierte Filme mit blutrünstigem, schwarzen Humor handelt (Ich gehöre ehrlich gesagt auch zu den Fans solcher Filme). In jüngerer Vergangengeit hat sich das Interesse der jungen japanischen Kinobesucher gegenüber deutschen Filmen allerdings verschoben.

Die Wende leitete der Film "Kondom des Grauens" ein, der in Japan ein Überraschungserfolg wurde. Obwohl der Film nur in einem Kino in Tôkyô lief, sagen ihn auch viele junge Leute, die nicht zu dem eingeschworenen quot;Fan"- Kreis deutscher Filme gehörten. So stieß "Lora rennt", als er ein paar Jahre nach seinem Deutschlandstart nach Japan kam, bereits auf fruchtbaren Boden. Den Film hatte ich bereits in Deutschland gesehen und war schon damals davon überzeugt, dass er auch in Japan von Erfolg gekrönt sein müsste. Davon war ich so überzeugt, dass ich versuchte, diesen Film in Japan zu verleihen. Das klappte leider nicht und "Lola rennt" wurde - wie erwartet - ein "super long-run Hit" in Japan. Obwohl man den Film wieder nur in einem Kino in Tôkyô sehen konnte, kann man ohne Übertreibung sagen, dass inzwischen nahezu 100% der japanischen Jugend den Film gesehen hat - nicht zuletzt dann durch den Videoverleih.

"Bandits", "Knocking on the heavens door" und andere deutsche Hit Filme, die bislang nicht in den japanischen Kinos gezeigt worden waren, wurden in Folge des "Lora rennt" Booms in Japan gezeigt. Man kann sagen, dass deutsche Filme nun nicht mehr ausschließlich etwas für "Fans" sind.

Als ich dieses mal in Deutschland war, habe ich auch viele deutsche Filme gesehen. Von diesen hat mir ein Film besonders gut gefallen: "Das Experiment" mit Moritz Breibtreu. Diesmal - wie auch schon bei "Lola rennt" - dachte ich mir, dass ich unbedingt Verleiher für diesen Film in Japan werden müsste. Obwohl ich weiß, dass ich dafür auf jeden Fall erst einmal viel Geld investieren müsste, wollte ich die Idee diesmal in die Wirklichkeit umsetzen. Ich bin sicher, dass "Das Experiment" jetzt in Japan einen noch größeren Erfolg einfahren wird als "Lola rennt".

Der Film "Das Experiment" soll aber gleich in diesem Jahr in Japan vorgestellt werden und hat als Filmverleiher eine große Firma, Gaga Communication. Ich war wirklich überrascht, das zu hören. Auch das zeigt, das deutsche Filme in Japan im Aufwind sind. Ich bedauere sehr, dass ich nicht der Verleiher des Films sein kann. Ich tröste mich dann aber damit, dass ich wenigstens schon seit langem ein Fan deutscher Filme bin und nicht erst jetzt mit der Modewelle mitschwimme. Das fiel mir auf, als ich auf einer Zeitschrift eine Werbung für "Das Experiment" sah. Dort stand: "Ein Film, den niemand kennt! " Nun, ich kenne ihn bereits! Genau, wie auch andere super Filme aus Deutschland und Österreich, wie "Die Gottesanbeterin" oder "Komm, süßer Tot". Die werden bestimmt auch bald nach Japan importiert.



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