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05_yukikos deutschland-tagebuch 2

teil 1: zurück in deutschland (01.12.2004)
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


Hallo! Ich bin wieder hier in Deutschland. Diesmal mit einem deutschen Mann: Ja, ich habe geheiratet und lebe in Hamburg, das ich bis dahin noch nicht besucht hatte. Auch hier ist es sehr schön.

Vom Kennen Lernen meines jetzigen Mannes in Japan bis zur Entscheidung nach Deutschland zu kommen und zu heiraten, ging es schnell. Abgesehen natürlich von den Papierkram für die Trauung. Ich glaube, das kann sich jeder sehr gut vorstellen.

Mit all den verschiedenen Papieren, die ich in Japan zusammengesammelt hatte und ins Deutsche übersetzen ließ, bin ich zum Standesamt gegangen. Aber heiraten war doch nicht so einfach. Erst haben wir nur einen Termin gekriegt. Einen Termin für die Trauung! Super. Außerdem musste ich für die Trauung bezahlen, und zwar 67 Euro! Geld hatte ich natürlich nicht dabei.

Heiraten war für mich neu. Aber so viel ich weiß, kann man in Japan jeder Zeit zum Amt gehen und gleich offiziell ein Ehepaar werden, nachdem man die entsprechenden Papiere eingereicht hat. Viele Leute gehen deswegen an einem für sie besonderen Tag zum Standesamt, zum Beispiel an dem Tag, an dem sie sich kennen gelernt haben oder an dem einer der beiden Geburtstag hat oder so. Auch an Sonntagen und spät in der Nacht ist es möglich, sich trauen zu lassen. Und zwar kostenlos!

Die Trauung war aber feierlich und schön. Sie war gar nicht so bürokratisch, wie ich gedacht hatte.

Als nächster Schritt nach der Heirat wollte ich ein Visum beantragen. Es war allerdings echt furchtbar beim Ausländeramt. Beim ersten Mal, als ich zum Öffnen des Amtes kam, war es schon so voll, dass ich an diesem Tag nicht mehr dran gekommen wäre. Ich habe dann erfahren, dass man besser morgens um 5 Uhr da sein sollte, um seinen Namen auf eine Warteliste zu schreiben. Nun erinnerte ich mich daran, dass ich so etwas schon einmal erlebt hatte: Als ich vor ca. 8 Jahren in Wien einen Meldezettel beantragt habe, war es genauso.

Ich tat, wie man es mir gesagt hatte und als ich dann nach sehr langem Warten endlich an die Reihe kam, sagte mir eine Beamtin einfach und gnadenlos: "Wo ist Ihr Mann? Sie müssen mit Ihrem Mann kommen. Tschüß." So musste ich diese lange Wartezeit noch mal wiederholen. Na ja, immerhin bei diesem mal zu zweit.

Beim dritten Versuch habe ich dann ein Visum bekommen. Aber auch diesmal konnte ich nicht ganz zufrieden sein, denn das Visum gilt nur für ein Jahr. Bekommen Japaner nicht normalerweise gleich Visa für 3 Jahre, so, wie ich es schon vorher von ein paar Japanern gehört hatte? Sah unsere Ehe für die Beamtin wie eine Scheinehe aus? Auf jeden Fall heißt das, dass ich in einem Jahr wieder um 5 Uhr morgens zum Ausländeramt gehen muss. Na gut, eben.



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